Wie oft sollte man ein Baby baden? Tipps für die ersten Monate

Viele Eltern sind überrascht: Ein Neugeborenes muss nicht jeden Tag gebadet werden. Babyhaut ist dünn, verliert schnell Feuchtigkeit und wird kaum richtig schmutzig. Wenn Sie sich fragen, wie oft Sie Ihr Baby baden sollten, finden Sie hier die kurze Antwort, Tipps für die Pflege zwischen den Badetagen und eine ruhige Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Bad.

Kurz gesagt: Wie oft Baby baden?

  • Ein- bis dreimal pro Woche baden reicht für gesunde Babys im ersten Jahr.
  • An den anderen Tagen genügt eine kurze Katzenwäsche: Gesicht, Hals, Hände und Windelbereich mit lauwarmem Wasser.
  • Das Bad sollte kurz sein: 5 bis 10 Minuten.
  • Wassertemperatur: etwa 37 °C, am besten mit einem Badethermometer prüfen.
  • Lassen Sie Ihr Baby im oder am Wasser nie allein, auch nicht für einen kurzen Moment.

Warum Babys kein tägliches Bad brauchen

Die Haut eines Neugeborenen ist dünner als die eines Erwachsenen und trocknet schneller aus. Zu häufiges Baden, besonders mit Seife oder Schaumbad, kann die natürliche Schutzschicht der Haut angreifen. Babys schwitzen wenig und werden kaum schmutzig; regelmäßig sauber gemacht werden müssen vor allem die Hautfalten, in denen sich Milch sammelt, und der Windelbereich. Die Kinder- und Jugendärzte empfehlen deshalb, gesunde Säuglinge ein- bis dreimal pro Woche zu baden.

Baden vor dem Abfallen des Nabelschnurrests

Der Nabelschnurrest trocknet in der Regel ein, wird dunkel und fällt innerhalb von etwa zwei Wochen ab. Laut kindergesundheit-info.de dürfen Sie Ihr Baby schon vorher baden, wenn der Nabel keine Anzeichen einer Entzündung zeigt. Oft reicht in dieser Zeit aber auch das Waschen mit einem weichen Waschlappen.

  • Waschen Sie sich vor der Nabelpflege gründlich die Hände.
  • Halten Sie den Nabel sauber und trocken und tupfen Sie ihn nach dem Baden vorsichtig ab.
  • Falten Sie die Windel unterhalb des Nabels, damit er an der Luft trocknen kann.
  • Wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder Kinderarztpraxis, wenn der Nabel rot, geschwollen oder nässend ist oder unangenehm riecht.

Katzenwäsche zwischen den Badetagen

  1. Legen Sie lauwarmes Wasser, weiche Waschlappen oder Wattepads, ein Handtuch und eine frische Windel bereit.
  2. Wischen Sie jedes Auge sanft mit einem eigenen, frischen Wattepad ab.
  3. Waschen Sie Gesicht, die Stellen hinter den Ohren und die Halsfalten, in denen sich gern Milch sammelt.
  4. Waschen Sie die Hände und öffnen Sie dabei vorsichtig die Fingerchen.
  5. Reinigen Sie den Windelbereich zum Schluss, bei Mädchen von vorne nach hinten, und tupfen Sie alles trocken.

Stecken Sie keine Wattestäbchen in Ohren oder Nase.

Schritt für Schritt: So baden Sie Ihr Baby

  1. Legen Sie alles vorher bereit: Handtuch mit Kapuze, frische Windel und Kleidung. Der Raum sollte warm sein, über 22 °C.
  2. Füllen Sie die Babywanne mit etwa 5 bis 10 cm Wasser, bevor Ihr Baby hineinkommt, und mischen Sie das Wasser gut durch.
  3. Prüfen Sie die Temperatur: etwa 37 °C. Ein Badethermometer ist am zuverlässigsten.
  4. Lassen Sie Ihr Baby langsam ins Wasser gleiten und stützen Sie dabei mit einem Arm Kopf und Nacken.
  5. Waschen Sie es sanft mit klarem Wasser, zuerst das Gesicht, zuletzt den Windelbereich.
  6. Halten Sie das Bad kurz, etwa 5 bis 10 Minuten, damit Ihr Baby nicht auskühlt.
  7. Heben Sie Ihr Baby heraus, wickeln Sie es in das Handtuch und tupfen Sie es trocken, auch in den Hautfalten.

Badezusatz, Seife und Eincremen

In den ersten Wochen reicht klares Wasser meistens aus. Verzichten Sie auf Schaumbäder und normale Seife. Wenn Sie etwas verwenden möchten, eignet sich ein milder, rückfettender Badezusatz ohne Duftstoffe in kleiner Menge. Wirkt die Haut nach dem Baden trocken, kann eine einfache, parfümfreie Pflegecreme helfen. Leichtes Schälen der Haut in den ersten Wochen ist normal, besonders bei Babys, die nach dem errechneten Termin geboren wurden.

Ein einfacher Badeplan

Wählen Sie eine Zeit, in der Sie nicht gehetzt sind und Ihr Baby weder sehr hungrig noch übermüdet ist. Viele Familien baden abends als Teil des Einschlafrituals, andere lieber morgens. Beides ist in Ordnung.

  • Beispielwoche: Baden am Montag, Mittwoch und Samstag, an den anderen Tagen Katzenwäsche.
  • Nach einer ausgelaufenen Windel oder viel Spucken ist eine zusätzliche Wäsche natürlich kein Problem.

Wann zum Kinderarzt?

  • Rötung, Schwellung, Nässen oder unangenehmer Geruch am Nabel
  • Sehr trockene, rissige, gerötete oder juckende Haut, die nicht besser wird
  • Dicke, gelbliche, fettige Schuppen auf der Kopfhaut, die Ihr Baby stören
  • Ein Ausschlag zusammen mit Fieber oder ein Baby, das krank wirkt
  • Im Notfall wählen Sie die 112, nachts und am Wochenende erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Häufige Fragen

Ist es schlimm, ein Baby jeden Tag zu baden?

Wenn die Haut gesund bleibt und Sie nur klares Wasser verwenden, schadet ein kurzes Bad meist nicht. Wird die Haut trocken, reduzieren Sie auf ein- bis dreimal pro Woche.

Wann sollte das erste Bad sein?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, das erste Bad frühestens 24 Stunden nach der Geburt zu geben. Danach können Sie sich an den Rat Ihrer Hebamme halten.

Welche Wassertemperatur ist richtig?

Etwa 37 °C, also Körpertemperatur. Ein Badethermometer ist genauer als die Hand oder der Ellenbogen.

Was brauche ich für das Babybad?

Eine Babywanne oder ein sauberes Waschbecken, ein Badethermometer, weiche Waschlappen, ein Kapuzenhandtuch und, falls gewünscht, einen milden Badezusatz.

Quellen

  • Kinderärzte im Netz (Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte): Baby: Ein- bis dreimal pro Woche baden reicht
  • kindergesundheit-info.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): Nabelpflege beim Baby
  • Kinderärzte im Netz: Sauberer Nabel
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): Recommendations on maternal and newborn care for a positive postnatal experience

Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie sich Sorgen um die Haut oder die Gesundheit Ihres Babys machen, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Kinderarztpraxis.