Ein kleines, glitschiges Baby, eine Wanne voll Wasser und nur zwei Hände: Beim ersten Mal fühlt sich Baden für viele Eltern eher nach Prüfung als nach Wohlfühlmoment an. Mit einer klaren Baby baden Anleitung wird es schnell entspannt. Entscheidend sind drei Dinge: alles vorher bereitlegen, der sichere Griff und eine feste Reihenfolge. Hier finden Sie den kompletten Ablauf zum Mitlesen, vom Einlassen bis zum Eincremen.
Kurz gesagt: Baby baden in 5 Schritten
- Vorbereiten: Raum auf mindestens 23 Grad, Handtuch, Windel und Kleidung griffbereit.
- Wasser körperwarm, 36 bis 37 °C, mit dem Badethermometer geprüft.
- Sicherer Griff: Unterarm unter Nacken und Kopf, die Hand umfasst den Oberarm in Achselhöhe.
- Waschen vom Gesicht zu den Füßen, die Haare zum Schluss.
- Kurz halten: 5 bis 10 Minuten, dann sanft trocken tupfen und Ihr Baby nie allein lassen.
Baby baden Anleitung: der Ablauf auf einen Blick
Legen Sie zuerst alles bereit und wärmen Sie den Raum. Lassen Sie das Wasser ein, prüfen Sie 36 bis 37 °C mit dem Thermometer und setzen Sie Ihr Baby mit dem sicheren Griff langsam hinein. Waschen Sie es vom Gesicht abwärts, die Haare zuletzt. Nach 5 bis 10 Minuten heben Sie es ins Handtuch und tupfen es trocken.
Vorher: die Checkliste fürs Babybad
- Badewanne oder Babywanne, zur Hälfte bis etwa zwei Drittel mit Wasser gefüllt, bevor Ihr Baby hineinkommt
- Badethermometer
- Kapuzenhandtuch oder großes, weiches Handtuch, griffbereit neben der Wanne
- Waschlappen, eventuell ein paar Wattepads für das Gesicht
- Frische Windel, Kleidung und Wickelplatz schon vorbereitet
- Falls nötig eine milde, parfümfreie Pflege für trockene Haut
Wählen Sie einen Zeitpunkt, an dem Ihr Baby wach und zufrieden ist. kindergesundheit-info.de rät, nach einer Mahlzeit zu baden, aber nicht unmittelbar danach. Ein hungriges oder sehr müdes Baby genießt das Bad selten.
Schritt für Schritt: So baden Sie Ihr Baby
- Raum wärmen: Mindestens 23 Grad, Fenster zu, keine Zugluft.
- Wasser einlassen und prüfen: 36 bis 37 °C, eher etwas kühler als zu warm. Thermometer plus Unterarm. Wie Sie zuverlässig messen, steht unter Badewasser Temperatur beim Baby.
- Ausziehen, Windel ab, Po vorsäubern: So bleibt das Badewasser sauber.
- Mit dem sicheren Griff hineinsetzen: Schieben Sie Ihren Unterarm unter Nacken und Kopf und umfassen Sie mit der Hand den Oberarm Ihres Babys in Achselhöhe. Mit der anderen Hand stützen Sie den Po und lassen Ihr Baby langsam, Füße zuerst, ins Wasser gleiten.
- Waschen vom Gesicht zu den Füßen: Gesicht mit klarem Wasser, dann Hals, Arme, Bauch und Beine. Gründlich, aber sanft in die Hautfalten an Hals, Achseln und Leisten, dort sammeln sich gern Fusseln.
- Rücken waschen: Zum Umdrehen greifen Sie unter den Armen durch, sodass Kinn und Hals auf Ihrem Unterarm liegen, und halten den Oberarm fest. Alternativ heben Sie Ihr Baby kurz heraus.
- Haare zum Schluss: Mit klarem Wasser und der Hand von vorne nach hinten, damit kein Wasser ins Gesicht läuft. So kühlt der Kopf nicht zu früh aus.
- Heraus und einwickeln: Nach 5 bis 10 Minuten heben Sie Ihr Baby direkt ins Handtuch und bedecken auch den Kopf.
Nachher: abtrocknen, pflegen, anziehen
- Sanft trocken tupfen, nicht reiben. Besonders gut in den Hautfalten, hinter den Ohren und zwischen den Fingern und Zehen.
- Klares Wasser reicht meist. Bei trockener Haut hilft eine milde, parfümfreie Pflege. Mehr dazu unter Baby trockene Haut.
- Windel an, anziehen, kuscheln. Am Abend kann das Bad ein schöner Teil des Abendablaufs sein, wie unter Einschlafritual fürs Baby beschrieben.
Sicherheitsregeln beim Baden
- Lassen Sie Ihr Baby keinen Moment allein in der Wanne, auch nicht für ein Handtuch oder das Telefon. Babys können schon in sehr flachem Wasser ertrinken.
- Nie heißes Wasser nachlaufen lassen, solange Ihr Baby in der Wanne ist. Es besteht Verbrühungsgefahr.
- Badesitze und Badestützen sind Hilfen, keine Sicherheitsausrüstung.
- Eine rutschfeste Unterlage in der großen Wanne gibt Ihnen und Ihrem Baby mehr Halt.
Baden in der großen Wanne, im Badeeimer oder zu zweit
Eine eigene Babywanne ist praktisch, aber kein Muss. In der großen Wanne lassen Sie nur wenig Wasser ein und knien sich daneben. Gemeinsames Baden mit einem Elternteil gelingt am besten, wenn eine zweite Person Ihnen das Baby reicht und wieder abnimmt. Wenn Sie einen Badeeimer nutzen möchten, lassen Sie sich Griff und Handhabung am besten von Ihrer Hebamme zeigen.
Wann zum Kinderarzt?
- Die Haut ist nach dem Baden immer wieder rot, rissig oder nässend.
- Der Nabel ist gerötet, riecht unangenehm oder nässt.
- Ihr Baby hat sich verbrüht: Stelle sofort mit handwarmem, nicht eiskaltem Wasser kühlen und ärztlich abklären lassen. Bei großen Flächen oder im Gesicht: 112.
Häufige Fragen
Wie halte ich mein Baby beim Baden richtig?
Ihr Unterarm liegt unter Nacken und Kopf, Ihre Hand umfasst den Oberarm Ihres Babys in Achselhöhe. So liegt der Kopf sicher über Wasser und Sie haben die andere Hand frei zum Waschen. Ältere Babys strampeln kräftig, halten Sie sie dann besonders gut fest.
Darf ich mein Baby baden, bevor der Nabel abgeheilt ist?
Ja. Laut kinderaerzte-im-netz.de hat sich das früher übliche Badeverbot als überflüssig erwiesen. Der Nabel darf kurz nass werden. Tupfen Sie ihn danach gut trocken.
Baby baden nach dem Stillen: Ist das in Ordnung?
Ja, aber nicht direkt danach. Warten Sie eine Weile nach der Mahlzeit, damit Ihr Baby satt, aber nicht mehr mitten in der Verdauung ist. Ein hungriges Baby ist im Bad meist unruhig.
Wie oft sollte ich mein Baby baden?
Ein- bis zweimal pro Woche reichen. Dazwischen genügt die Katzenwäsche. Mehr dazu lesen Sie unter Wie oft sollte man ein Baby baden?
Mehr Ratgeber zu Baden und Hautpflege finden Sie unter Baden & Hautpflege.
Quellen
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Das Baby baden (Häufigkeit, Zeitpunkt, Temperatur, Griff, Reihenfolge, Sicherheit)
- kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Sauberer Nabel (Baden vor dem Abheilen des Nabels)
- kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Merkblatt Säuglingspflege, Empfehlungen zum Baden von Säuglingen
Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie sich Sorgen um die Haut oder die Gesundheit Ihres Babys machen, fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihre Kinderarztpraxis.
