In den ersten Tagen zu Hause fällt es Ihnen auf: Die Haut an Händen und Füßen Ihres Neugeborenen wird schuppig, an den Fußgelenken löst sie sich sogar in kleinen Fetzen. Das sieht beunruhigend aus, wenn man sich zarte Babyhaut vorgestellt hat. Wenn sich die Haut beim Baby schält, ist das in den ersten Lebenswochen meist völlig normal. Hier erfahren Sie, warum das passiert, was Sie tun können, und an einer Tabelle nach Körperstelle und Alter, wann mehr dahintersteckt.
Kurz gesagt: Baby Haut schält sich
Bei jedem Neugeborenen erneuert sich nach der Geburt die oberste Hautschicht. Die Haut schält sich dann vor allem an Händen, Füßen und Gelenken, bei Babys nach dem Geburtstermin oft stärker. Das ist kein Zeichen für zu trockene Haut und braucht meist keine Behandlung. Rissige Stellen dürfen Sie dünn einreiben. Rötung, Bläschen oder Fieber gehören ärztlich abgeklärt.
- Normal: Schälung in den ersten Wochen, auch in größeren Stücken.
- Ursache: Die Haut stellt sich von Fruchtwasser auf Luft um; die schützende Käseschmiere ist bei späten Babys oft schon fast weg.
- Pflege: wenig ist mehr. Schüppchen nicht abziehen, selten baden.
- Rissige Hand- und Fußgelenke: dünn einreiben, bei Bedarf mit einer Fettcreme.
- Schält sich die Haut nach dem ersten Monat oder mit Rötung und Juckreiz, steckt meist etwas anderes dahinter.
Warum sich die Haut nach der Geburt schält
Im Mutterleib ist die Haut Ihres Babys von Fruchtwasser umgeben und von der Käseschmiere (Vernix) geschützt, einer weißen, fettigen Schicht mit natürlicher Schutzwirkung gegen Keime. Nach der Geburt muss sich die Haut an trockene Luft gewöhnen, und die äußerste Schicht löst sich ab. Bei Babys, die pünktlich kommen, beginnt das meist in der ersten Lebenswoche und fällt oft kaum auf. Babys, die nach dem Termin geboren werden, haben ihre Käseschmiere oft schon weitgehend verloren. Ihre Haut wirkt deshalb manchmal direkt nach der Geburt trocken, pergamentartig und schält sich stärker.
Deshalb raten Fachleute auch, die Käseschmiere nach der Geburt nicht abzuwaschen: Sie zieht von selbst ein und pflegt die Haut.
Wo schält sich die Haut? Die Übersicht nach Körperstelle und Alter
Die Tabelle hilft Ihnen, die Schälung einzuordnen. Sie ersetzt nicht den Blick der Hebamme oder der Kinderarztpraxis, wenn Sie unsicher sind.
| Wo und wann? | Wahrscheinliche Ursache | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Ganzer Körper, Hände, Füße, Hand- und Fußgelenke in den ersten Lebenswochen | normale Neugeborenen-Schälung, stärker bei Babys, die nach dem Termin geboren wurden | Schüppchen nicht abziehen. Bei Rissen dünn einreiben, siehe unten |
| Finger und Fingerkuppen beim Neugeborenen | ebenfalls normale Schälung | Nicht abzupfen; Nägel kurz halten, damit Ihr Baby sich nicht kratzt |
| Gesicht, Stirn, Augenbrauen | Schälung oder Kopfgneis (gelbliche, fettige Schüppchen) | Mit klarem Wasser waschen; Kopfgneis mit Öl einweichen, nie abkratzen |
| Leiste, Hals- und Hautfalten | Reibung und Feuchtigkeit, Windeldermatitis oder Soor, wenn die Haut rot und wund ist | Gut trocknen, Windel häufig wechseln; bei Rötung mit Pünktchen ärztlich ansehen lassen |
| Nach dem Baden, im Winter, mit 3 Monaten und später | trockene Haut durch Heizungsluft oder häufiges, langes Baden | Seltener und kürzer baden, regelmäßig eincremen |
| Rote, juckende, raue Stellen an Wangen, Kopf oder Gelenkbeugen | möglicherweise Milchschorf oder Neurodermitis | In der Kinderarztpraxis abklären lassen |
| Hände und Füße beim älteren Baby, ein bis zwei Wochen nach einem Infekt | Schälung nach manchen Viruserkrankungen, zum Beispiel nach der Hand-Mund-Fuß-Krankheit | Bei der nächsten Gelegenheit in der Praxis erwähnen |
| Mit Bläschen, nässend, verkrustet, eitrig oder mit Fieber | mögliche Infektion | Am selben Tag ärztlich untersuchen lassen |
So pflegen Sie sich schälende Babyhaut
- Nicht nachhelfen: Lassen Sie die Schüppchen von selbst abfallen. Abziehen oder Abrubbeln kann die neue Haut darunter verletzen.
- Klares Wasser: In den ersten Wochen reicht handwarmes Wasser ohne Zusätze. Baden Sie kurz, bei etwa 37 °C.
- Selten baden: Ein- bis zweimal pro Woche genügt. Dazwischen waschen Sie Gesicht, Hautfalten und Po mit einem Waschlappen.
- Sanft trocknen: Tupfen statt rubbeln, besonders in Hals-, Achsel- und Leistenfalten.
- Risse pflegen: Ist die Haut trocken und leicht eingerissen, reiben Sie sie einmal täglich dünn mit einem milden, unparfümierten Pflegeöl ein. Sind Hand- und Fußgelenke stark eingerissen, kann zusätzlich eine Fettcreme helfen. Haben Sie viel Milch, ist auch ein Muttermilchbad eine Option, das Hebammen empfehlen: etwas Muttermilch ins Badewasser geben.
- Neue Produkte einzeln einführen: Wählen Sie Pflege ohne Duft- und Konservierungsstoffe und testen Sie sie zuerst an einer kleinen Stelle.
Wie Sie Ihr Neugeborenes sicher baden, zeigt die Baby baden Anleitung. Wie oft das sein sollte, steht in Wie oft Baby baden?, die richtige Temperatur in Badewasser-Temperatur fürs Baby.
Wenn mehr dahintersteckt
Nach den ersten Lebenswochen ist Schälung seltener nur „neue Haut“. Häufige Gründe sind dann Heizungsluft, zu häufiges Baden, Reibung in Hautfalten, Kopfgneis oder Milchschorf. Auch nach manchen Virusinfekten kann sich die Haut an Händen und Füßen später ablösen.
- Trockene, raue Stellen, die mit Pflege besser werden: siehe Baby trockene Haut.
- Gelbliche, fettige Schuppen auf der Kopfhaut: Kopfgneis beim Baby.
- Rote, wunde Haut im Windelbereich: Windeldermatitis beim Baby.
- Rote Flecken, Pickelchen oder Quaddeln: Ausschlag beim Baby.
Wann zum Kinderarzt?
- Sofort 112: Ihr Baby hat großflächig gerötete, sich ablösende Haut wie nach einer Verbrühung, wirkt schwer krank, schlaff oder kaum weckbar.
- Am selben Tag in die Praxis, außerhalb der Sprechzeiten 116 117 (Deutschland): Bläschen, besonders beim Neugeborenen; nässende, verkrustete oder eitrige Stellen; Schälung zusammen mit Fieber, oder Ihr Baby trinkt schlecht.
- Bei der nächsten Gelegenheit, zum Beispiel bei der U-Untersuchung: Die Schälung hält nach dem ersten Lebensmonat an oder wird stärker; juckende Stellen stören Schlaf oder Trinken; etwas an der Haut kommt Ihnen neu und unerklärlich vor.
Häufige Fragen
Wie lange schält sich die Haut beim Neugeborenen?
Meist einige Tage bis wenige Wochen. Darunter kommt weiche, gesunde Haut zum Vorschein. Wird die Schälung nach dem ersten Monat nicht weniger, sprechen Sie Ihre Hebamme oder Kinderarztpraxis an.
Baby Haut schält sich nach dem Baden: was mache ich falsch?
Wahrscheinlich nichts Schlimmes. Warmes Wasser weicht die lockeren Schüppchen auf, deshalb lösen sie sich danach stärker. Halten Sie das Bad kurz, verzichten Sie auf Zusätze und tupfen Sie die Haut sanft trocken.
Baby Haut schält sich mit 3 Monaten: ist das noch normal?
Die Neugeborenen-Schälung ist dann meist vorbei. Mit 3 Monaten stecken eher trockene Heizungsluft, häufiges Baden oder beginnender Milchschorf dahinter. Sind die Stellen rot, rau oder juckend, lassen Sie sie in der Praxis ansehen.
Muss ich Babys mit schälender Haut eincremen?
Nicht grundsätzlich. Die normale Schälung nach der Geburt ist kein Zeichen für zu trockene Haut. Nur trockene, eingerissene Stellen pflegen Sie dünn mit Öl oder einer Fettcreme.
Weitere Ratgeber zu Hautpflege und Baden finden Sie im Ratgeber Baden und Hautpflege.
Quellen
- kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Schuppige Haut bei Neugeborenen dünn einölen (mit Deutschem Hebammenverband)
- kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Käseschmiere schützt vor Infektionen
- kinderaerzte-im-netz.de, Kinderarztpraxis: Babys erste Wochen (Schälung ist kein Zeichen zu trockener Haut, Pflegeprodukte ohne Duft- und Konservierungsstoffe)
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Hautprobleme bei Babys (Kopfgneis, Milchschorf, wann zur Ärztin oder zum Arzt)
Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Wenn Ihnen an der Haut Ihres Babys etwas Sorgen macht, fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihre Kinderarztpraxis.
