Die Nase läuft, beim Trinken schnauft Ihr Baby, es ist quengelig und will vor allem auf den Arm. Sie fragen sich, was Sie jetzt tun können und was Sie besser lassen. Bei einer Baby Erkältung brauchen Sie meist keine Apotheke voller Mittel: Eine freie Nase, genug Milch und Ruhe helfen am meisten. Hier finden Sie die sanften Maßnahmen, eine Tabelle mit Hausmitteln und Medikamenten nach Alter und die Zeichen, bei denen Ihr Baby ärztlich angeschaut werden sollte.
Kurz gesagt: Baby erkältet, was tun?
- Nase mit Kochsalz-Nasentropfen aus der Apotheke befeuchten und Schleim bei Bedarf sanft mit einem Nasensauger entfernen, am besten vor dem Trinken und vor dem Schlafen.
- Öfter und dafür kleinere Mengen stillen oder das Fläschchen geben.
- Für feuchte Raumluft sorgen, nicht überheizen, nicht rauchen.
- Keine Mittel mit Kampfer, Menthol, Eukalyptus oder Pfefferminzöl, auch nicht als Balsam, Erkältungsbad oder Duftlampe.
- Kein Hustensaft und keine abschwellenden Nasentropfen ohne ärztlichen Rat. Kein Honig im ersten Lebensjahr.
- Bei Atemnot, bläulichen Lippen oder einem Baby, das kaum wach wird: sofort 112.
Erkältung beim Baby: was tun und was lassen?
Eine Erkältung wird von Viren ausgelöst. Kein Mittel macht sie schneller weg, auch kein Antibiotikum. Sie können aber die Beschwerden lindern: Nase frei halten, häufig Milch anbieten, Luft befeuchten und Ihr Baby viel ausruhen lassen. Meist klingt eine Erkältung nach ein bis zwei Wochen von selbst ab, Husten kann bei Kindern bis zu drei Wochen dauern.
Schnupfen beim Baby: Schritt für Schritt die Nase frei machen
Babys atmen in den ersten Monaten vor allem durch die Nase. Ist sie zu, fällt vor allem das Trinken schwer. So gehen Sie vor:
- Befeuchten: Ihr Baby liegt auf dem Rücken. Geben Sie in jedes Nasenloch ein bis zwei Kochsalz-Nasentropfen (isotone Kochsalzlösung aus der Apotheke). Sie lösen zähen Schleim und haben keine Nebenwirkungen wie abschwellende Tropfen.
- Kurz warten: Nach etwa einer Minute ist der Schleim weicher. Oft niest Ihr Baby ihn dann selbst heraus.
- Sanft absaugen: Nur wenn noch Schleim sitzt, nehmen Sie einen Nasensauger aus der Apotheke. Halten Sie das andere Nasenloch dabei leicht zu und saugen Sie nur vorne im Nasenloch, nicht tief.
- Gutes Timing: Am meisten bringt es direkt vor dem Stillen oder dem Fläschchen und vor dem Schlafen. Häufiges Saugen reizt die Schleimhaut, deshalb lieber gezielt als ständig.
- Haut pflegen: Wischen Sie die Nase mit einem weichen, feuchten Tuch ab. Ist die Haut unter der Nase wund, hilft eine dünne Schicht Wund- und Heilsalbe.
Gelber oder grünlicher Schleim ist im Verlauf einer Erkältung häufig und allein noch kein Zeichen für eine bakterielle Infektion.
Was hilft, ab welchem Alter? Die Übersicht
Viele Ratgeber listen Hausmittel auf, ohne zu sagen, ab wann sie für ein Baby geeignet sind. Diese Tabelle fasst zusammen, was deutsche Fachstellen sagen. Sie ersetzt nicht die Rücksprache mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.
| Mittel | 0 bis 3 Monate | 3 bis 12 Monate | ab 1 Jahr |
|---|---|---|---|
| Kochsalz-Nasentropfen | ja | ja | ja |
| Nasensauger (sanft, vor dem Trinken) | ja | ja | ja |
| Häufiger stillen oder Fläschchen | ja | ja; mit Beikost zusätzlich Wasser | ja, plus Wasser |
| Feuchte Raumluft (Tücher, Wäsche) | ja | ja | ja |
| Paracetamol / Ibuprofen bei Fieber oder Schmerzen | nur nach ärztlichem Rat | in Kinderdosierung nach Gewicht | in Kinderdosierung nach Gewicht |
| Abschwellende Nasentropfen | nur nach ärztlichem Rat | nur nach Rücksprache, Säuglingsdosierung, wenige Tage | Kinderdosierung, nur kurz |
| Hustensaft, hustendämpfende Mittel | nein | nur nach ärztlichem Rat | nur nach ärztlichem Rat |
| Honig | nein | nein | ja, gegen Hustenreiz |
| Kampfer, Menthol, Eukalyptus, Pfefferminzöl (Balsam, Bad, Duftlampe) | nein | nein | nein, auch Kleinkinder nicht |
| Antibiotika | nur bei bakterieller Folgeinfektion | nur bei bakterieller Folgeinfektion | nur bei bakterieller Folgeinfektion |
Baby Schnupfen Hausmittel: der Check
- Muttermilch in die Nase: wird oft empfohlen, ist aber nicht gut untersucht. Kochsalz-Nasentropfen sind steril und genau dafür gemacht. Wenn Sie stillen, ist das Stillen selbst das beste Hausmittel: Ihr Baby bekommt Flüssigkeit und Abwehrstoffe.
- Zwiebelsäckchen: Für die Wirkung gibt es keine verlässlichen Belege. Legen Sie auf keinen Fall etwas ins Babybett, und alles am Bett muss außer Reichweite sein.
- Feuchte Tücher oder nasse Wäsche auf der Heizung oder im Zimmer: einfach und sicher, solange nichts herunterfallen kann. Schüsseln mit heißem Wasser gehören nicht in die Nähe eines Babys.
- Tees: Bis Ihr Baby Beikost isst, braucht es keine zusätzlichen Getränke. Muttermilch oder Säuglingsmilch decken den Bedarf, auch bei einer Erkältung. Isst es Brei, bieten Sie zusätzlich Wasser an.
- Erkältungsbad, Balsam, Duftöl: Produkte mit Kampfer, Menthol, Eukalyptus- oder Pfefferminzöl sind laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet. Schon wenige Tropfen oder Dämpfe an Mund oder Nase können einen lebensbedrohlichen Krampf des Kehlkopfs und Atemstillstand auslösen.
Medikamente bei Erkältung: was Babys wirklich brauchen
- Abschwellende Nasentropfen: nur nach Rücksprache mit der Praxis, nur in Säuglingsdosierung und nur wenige Tage. Manche Präparate, die früher für Säuglinge verkauft wurden, sind heute erst ab einem Jahr zugelassen. Lesen Sie die Packungsbeilage genau und fragen Sie in der Apotheke nach.
- Hustensaft: Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) schreibt, dass es für hustendämpfende Mittel keine wissenschaftlichen Belege gibt. Geben Sie solche Mittel nur, wenn Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt sie ausdrücklich empfiehlt.
- Fieber- und Schmerzmittel: Paracetamol oder Ibuprofen in Kinderdosierung lindern Fieber und Schmerzen, nicht die Erkältung selbst. In den ersten 3 Monaten geben Sie nichts ohne ärztlichen Rat. Dosis und Alter finden Sie unter Schmerzmittel fürs Baby: Paracetamol oder Ibuprofen.
- Antibiotika: helfen nicht gegen Erkältungsviren. Sie sind nur nötig, wenn die Ärztin oder der Arzt eine bakterielle Folgeinfektion feststellt, etwa eine Mittelohrentzündung.
Trinken, Ruhe und Nächte
Mit verstopfter Nase trinken viele Babys kürzer und machen öfter Pausen. Bieten Sie deshalb häufiger an, am besten direkt nach dem Nase-Freimachen. Regelmäßig nasse Windeln zeigen Ihnen, dass Ihr Baby genug bekommt. Woran Sie einen Flüssigkeitsmangel erkennen, lesen Sie unter Baby dehydriert: Anzeichen erkennen. Zum Mitschreiben hilft das Trink- und Windelprotokoll bei unseren kostenlosen Checklisten.
Nachts ist die Nase oft am stärksten zu. Auch krank schläft Ihr Baby in Rückenlage im eigenen Bett, ohne Kissen oder Keile. Einen Nachtplan finden Sie unter Baby erkältet schlafen: So helfen Sie durch die Nacht. Bellt der Husten nachts wie ein Seehund, kann Pseudokrupp beim Baby dahinterstecken.
Wie lange dauert eine Erkältung beim Baby?
Meist ein bis zwei Wochen. Schnupfen und Fieber bessern sich oft zuerst, der Husten kann bei Kindern bis zu drei Wochen bleiben. Kinder, die in die Krippe oder Kita gehen, haben nicht selten 6 bis 8 Erkältungen im Jahr. Das ist lästig, aber normal: Das Immunsystem lernt mit jedem Infekt dazu. Ein Husten, der länger als zwei Wochen dauert und keine hustenfreien Tage mehr lässt, gehört laut DGKJ ärztlich abgeklärt.
Wann zum Kinderarzt?
- Sofort 112: Atemnot, Atempausen, bläuliche oder graue Lippen, ein Baby, das schlaff ist oder kaum wach wird.
- Sehr schnelle oder angestrengte Atmung, Stöhnen oder Einziehungen zwischen den Rippen: sofort ärztliche Hilfe.
- Ihr Baby ist jünger als 3 Monate und hat Fieber ab 38 °C oder wirkt krank. Mehr unter Baby Fieber: ab wann zum Arzt?
- Ihr Baby trinkt deutlich weniger, erbricht wiederholt oder hat viel weniger nasse Windeln.
- Ohrenschmerzen, Greifen ans Ohr mit Fieber oder Ausfluss aus dem Ohr.
- Fieber länger als drei Tage, oder die Erkältung wird nach einer Besserung wieder schlimmer.
- Ihr Baby hatte Kontakt mit Kampfer, Menthol oder anderen ätherischen Ölen und zeigt Atemnot, Krämpfe oder ist auffällig: 112 rufen.
Nachts und am Wochenende erreichen Sie in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Alle Warnzeichen auf einen Blick finden Sie unter Baby: wann zum Arzt?
Häufige Fragen
Darf ich mit meinem erkälteten Baby spazieren gehen?
Ja, wenn es Ihrem Baby einigermaßen gut geht und es kein hohes Fieber hat. Frische Luft tut vielen Babys gut. Ziehen Sie es dem Wetter entsprechend an und halten Sie Abstand zu Neugeborenen und anderen besonders gefährdeten Menschen.
Darf ich mein Baby baden, wenn es erkältet ist?
Ein kurzes warmes Bad ist möglich, wenn Ihr Baby sich wohlfühlt. Danach gut abtrocknen und warm anziehen. Erkältungsbäder mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus oder Menthol sind für Babys nicht geeignet.
Hilft Muttermilch bei Schnupfen?
Stillen hilft, weil Ihr Baby dabei Flüssigkeit und Abwehrstoffe bekommt. Muttermilch als Tropfen in die Nase ist dagegen kaum untersucht. Für das Befeuchten der Nase sind Kochsalz-Nasentropfen aus der Apotheke die sicherere Wahl.
Darf mein Baby mit Schnupfen geimpft werden?
Ein leichter Infekt ist laut Ständiger Impfkommission (STIKO) in der Regel kein Grund, eine Impfung zu verschieben. Bei Fieber wird meist gewartet, bis Ihr Kind wieder gesund ist. Ob geimpft wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt bei der Untersuchung. Mehr zum Impfplan lesen Sie unter Baby-Impfungen.
Ab wann darf mein Baby Honig gegen Husten bekommen?
Erst nach dem ersten Geburtstag. Honig kann Sporen von Botulismus-Bakterien enthalten, die für Säuglinge gefährlich sind. Ab einem Jahr kann ein Löffel Honig den Hustenreiz lindern.
Mehr Ratgeber rund um Infekte und Sicherheit finden Sie im Bereich Gesundheit & Sicherheit.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Ätherische Öle, duftende Wirkungen mit Einschränkungen (FAQ, September 2026)
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) mit BVKJ: Elterninformation „Mein Kind hat Husten“
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Erkältung
- Stiftung Warentest: Schnupfen bei Säuglingen, Otriven Nasentropfen erst ab einem Jahr (2020)
- Stiftung Kindergesundheit: Kein Honig im ersten Lebensjahr (Newsletter 2024)
- Robert Koch-Institut (RKI): Faktenblatt zu falschen Kontraindikationen bei Impfungen
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie sich Sorgen um Ihr Baby machen, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt, nachts in Deutschland mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 und im Notfall mit der 112.
