Baby läuft noch nicht: Was mit 13 Monaten normal ist und wann Sie zum Kinderarzt gehen

Der erste Geburtstag ist gefeiert, und jetzt kommt bei jedem Besuch dieselbe Frage: „Läuft er schon?“ Vielleicht zieht sich Ihr Kind am Sofa hoch und hangelt sich am Couchtisch entlang, aber loslassen mag es noch nicht. Wenn Ihr Baby noch nicht läuft, ist das mit 12, 13 oder auch 15 Monaten meistens kein Grund zur Sorge. Hier lesen Sie, welche Spannbreite deutsche Fachquellen nennen, auf welche Vorstufen Sie stattdessen achten können, wie Sie Ihr Kind unterstützen und ab wann Sie es in der Kinderarztpraxis ansprechen sollten.

Kurz gesagt: Baby läuft noch nicht, ist das normal?

Ja, in den meisten Fällen. Laut kindergesundheit-info.de gehen manche Kinder schon mit neun Monaten frei, andere erst mit 18 Monaten. Mit etwa 20 Monaten bewegen sich Kinder mit unauffälliger Entwicklung frei und sicher gehend. Mit 13 Monaten zählt deshalb vor allem, ob Ihr Kind sich hochzieht, an Möbeln entlanggeht und weiter Neues dazulernt.

  • Freie Schritte kommen meist irgendwann zwischen 9 und 18 Monaten.
  • Vorher ziehen sich die meisten Kinder zwischen 9 und 15 Monaten in den Stand hoch und hangeln sich an Möbeln entlang.
  • Wichtiger als der Tag des ersten Schritts: Ihr Kind macht Fortschritte, Schritt für Schritt.
  • Lauflernhilfen (Gehfrei) erleichtern das Laufenlernen nicht und bergen große Unfallgefahren.
  • Ansprechen in der Praxis: wenn Ihr Kind mit etwa 18 Monaten noch nicht frei läuft, früher bei verlorenen Fähigkeiten oder einseitigen Bewegungen.

Ab wann laufen Babys? Die Spannbreite ist groß

Kinder entwickeln ihre Beweglichkeit in einer großen zeitlichen Spannbreite. Das betont kindergesundheit-info.de, das Elternportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Auch die Art, wie Kinder vorankommen, ist verschieden: Manche krabbeln, andere robben, schlängeln sich, rollen oder rutschen auf dem Po. Selbst ein Kind, das sich an seinem ersten Geburtstag noch gar nicht selbstständig fortbewegt, kann sich laut dem Portal durchaus normal entwickeln.

Eine Durchschnittszahl hilft Ihnen deshalb wenig. Ein Kind, das mit 10 Monaten läuft, ist nicht „weiter“ als eines, das mit 16 Monaten losgeht. Viele Kinder stecken ihre Energie eine Zeit lang in andere Dinge, etwa ins Greifen, Räumen oder in die ersten Wörter. Andere sind vorsichtig und lassen erst los, wenn sie sich sicher fühlen. Kam Ihr Kind zu früh zur Welt, fragen Sie in der Praxis, ob Sie die Entwicklung nach dem korrigierten Alter betrachten sollten.

Vorstufen-Check: Was kommt vor dem freien Laufen?

Statt auf den ersten freien Schritt zu warten, lohnt sich ein Blick auf die Schritte davor. Wenn Ihr Kind diese Leiter nach und nach hinaufklettert, ist es auf einem guten Weg. Die Altersangaben stammen von kindergesundheit-info.de und sind Spannen, keine Prüftermine.

SchrittMeist im Alter vonDaran erkennen Sie es
Sich fortbewegen7 bis 10 Monaterobbt, krabbelt, rollt oder rutscht auf dem Po von A nach B
Hochziehen in den Stand9 bis 15 Monatezieht sich an Stuhl, Tischbein oder Regal hoch
An Möbeln entlanggehen9 bis 15 Monategeht seitlich am Sofa oder an der Wand entlang
Gehen mit Festhalten9 bis 18 Monatemacht Schritte an Ihren Händen
Freie Schritte9 bis 18 Monatelässt los, steht kurz allein, macht erste wackelige Schritte
Frei und sicher gehenbis etwa 20 Monategeht ohne Festhalten sicher durch den Raum

Zieht sich Ihr 13 Monate altes Kind schon hoch und geht seitlich am Sofa entlang, ist es mitten in dieser Reihenfolge. Mehr zu den Etappen davor finden Sie im Beitrag Meilensteine im ersten Lebensjahr, den Überblick über das ganze zweite Jahr unter Entwicklung des Kleinkinds ab 1 Jahr.

Was die U6 und die U7 damit zu tun haben

In Deutschland liegen zwei Früherkennungsuntersuchungen genau um die Zeit des Laufenlernens: die U6 im 10. bis 12. Lebensmonat und die U7 im 21. bis 24. Lebensmonat. Bei der U6 schaut die Ärztin oder der Arzt, wie beweglich Ihr Kind ist und wie es seinen Körper beherrscht. Bei der U7 achtet die Praxis wieder besonders auf Auffälligkeiten in der Entwicklung.

Zwischen diesen beiden Terminen liegen viele Monate. Wenn Sie in dieser Zeit unsicher sind, müssen Sie nicht bis zur U7 warten. Ein kurzer Anruf in der Praxis oder ein Termin zwischendurch ist jederzeit in Ordnung. In Österreich und der Schweiz gibt es eigene Vorsorgeprogramme mit anderen Terminen. Fragen Sie dort Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt.

Laufen lernen: So unterstützen Sie Ihr Kind

Laufen müssen Sie Ihrem Kind nicht beibringen. Es will sich bewegen und probiert von selbst aus, was sein Körper schon kann. Sie können aber gute Bedingungen schaffen:

  1. Jeden Tag Zeit zum Bewegen: Freier Boden, auf dem Ihr Kind krabbeln, sich hochziehen und herumklettern darf, ist der beste Übungsplatz. Lange Zeiten im Hochstuhl, Kinderwagen oder Autositz bremsen eher.
  2. Eine Cruising-Strecke bauen: Stellen Sie stabile Möbel wie Sofa, Sessel und Couchtisch so, dass Ihr Kind von einem zum nächsten hangeln kann. Kontrollieren Sie Kleinmöbel auf Standfestigkeit und befestigen Sie sie wenn nötig kippsicher. Regale gehören an die Wand gedübelt.
  3. Zum Loslassen einladen: Knien Sie sich ein kleines Stück entfernt hin und breiten Sie die Arme aus, oder legen Sie ein Lieblingsspielzeug knapp außer Reichweite aufs Sofa.
  4. Nicht zu viel helfen: kindergesundheit-info.de rät, Kinder bei ihren „Turnübungen“ nicht zu sehr zu unterstützen und nur einzugreifen, wenn es gefährlich wird. Hinfallen und wieder Aufstehen gehören zum Lernen dazu.
  5. Keine Lauflernhilfe: Sitzgestelle auf Rollen (Gehfrei) erleichtern das Gehenlernen nicht und bergen laut kindergesundheit-info.de größte Unfallgefahren. Lassen Sie sie weg.

Die ersten freien Schritte sind breitbeinig und wackelig, die Arme oft hochgehalten. Das ist normal. Sobald Ihr Kind mobil ist, steigt die Sturzgefahr: Treppen, offene Fenster und Kanten verdienen jetzt besondere Aufmerksamkeit. Was nach einem Sturz auf den Kopf zu beachten ist, lesen Sie unter Baby Kopf gestoßen.

Wann zum Kinderarzt?

Ein Baby, das mit 13 Monaten noch nicht läuft, braucht in aller Regel keine Untersuchung. Sprechen Sie es aber bei Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt an, wenn:

  • Ihr Kind mit etwa 18 Monaten noch nicht frei läuft.
  • es sich mit etwa 15 Monaten noch nirgends in den Stand hochzieht oder sich gar nicht selbst fortbewegt.
  • es Fähigkeiten wieder verliert, die es schon sicher konnte, etwa Stehen oder Entlanghangeln: dann bald, nicht erst zur nächsten U-Untersuchung.
  • es eine Körperseite deutlich bevorzugt oder ein Bein nachzieht.
  • es sich auffallend steif oder sehr schlaff anfühlt.
  • es nach einem Sturz plötzlich nicht mehr auftreten oder stehen will oder humpelt. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, im Notfall wählen Sie 112.
  • Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt. Ihr Eindruck als Eltern zählt.

Eine Abklärung bedeutet nicht, dass etwas nicht in Ordnung ist. Wie die Praxis vorgeht und welche Warnzeichen es in anderen Bereichen gibt, lesen Sie unter Entwicklungsverzögerung beim Baby. Weitere Beiträge finden Sie im Ratgeber Entwicklung.

Häufige Fragen

Wann sollte ein Kind spätestens laufen können?

In der Infografik von kindergesundheit-info.de heißt es: Mit 18 Monaten kann das Kind frei gehen. Mit etwa 20 Monaten bewegen sich laut dem Portal alle Kinder mit unauffälliger Entwicklung frei und sicher gehend. Läuft Ihr Kind mit etwa 18 Monaten noch nicht frei, sprechen Sie es in der Praxis an.

Mein Baby ist 13 Monate alt, krabbelt, läuft aber nicht. Ist das normal?

Ja, das ist häufig. Krabbeln ist eine schnelle und sichere Art, vorwärtszukommen, und viele Kinder sehen noch keinen Grund, aufzustehen. Achten Sie darauf, ob es sich schon an Möbeln hochzieht. Das kommt bei den meisten Kindern zwischen 9 und 15 Monaten.

Mein Kind läuft und spricht mit 13 Monaten noch nicht. Muss ich mir Sorgen machen?

Mit 13 Monaten sagen viele Kinder erst ein oder zwei Wörter oder noch gar keins, und viele laufen noch nicht frei. Schauen Sie auf das Gesamtbild: Plappert Ihr Kind, reagiert es auf seinen Namen, zeigt oder winkt es? Mehr dazu lesen Sie unter Baby erste Worte. Wenn mehrere Bereiche zurückliegen, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.

Ab wann laufen Babys an der Hand?

Laut kindergesundheit-info.de lernen Kinder zwischen 9 und 18 Monaten, mit Festhalten an den Händen und entlang an Möbeln und Wänden zu gehen, bis sie schließlich frei gehen. Gemeinsames Gehen an der Hand ist eine schöne Übung. Lassen Sie Ihr Kind dabei das Tempo bestimmen und geben Sie ihm genauso viel Zeit, allein zu stehen und zu balancieren.

Quellen

  • kindergesundheit-info.de (BIÖG, ehemals BZgA): Die Bewegungsentwicklung beim Kind
  • kindergesundheit-info.de (BIÖG): Vom Strampeln auf dem Weg zum Laufen
  • kindergesundheit-info.de (BIÖG): Infografik: Motorische Entwicklung des Kindes
  • kindergesundheit-info.de (BIÖG): In einer sicheren Wohnung zur Selbstständigkeit
  • kindergesundheit-info.de (BIÖG): U6-Untersuchung und U7-Untersuchung

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie sich Sorgen um die Entwicklung Ihres Kindes machen, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.