Baby Impfungen: Welche Impfung wann? Der STIKO-Impfkalender fürs erste Jahr

Der erste Impftermin steht an, und plötzlich sind da viele Fragen: Welche Impfungen braucht mein Baby wirklich, warum so viele auf einmal, und was ist danach normal? Baby Impfungen folgen in Deutschland dem Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO). Hier sehen Sie auf einen Blick, welche Impfung wann ansteht, was sich 2025/2026 geändert hat, wie Sie Ihr Baby am Impftag gut begleiten und wann Sie nach der Impfung die Praxis anrufen sollten.

Kurz gesagt: Baby Impfungen im ersten Jahr

Die STIKO empfiehlt für Babys in Deutschland Impfungen ab 6 Wochen (Rotaviren-Schluckimpfung) und ab 2 Monaten (Sechsfachimpfung, Pneumokokken, Meningokokken B). Weitere Termine folgen mit 4, 11, 12 und 15 Monaten. Dazu kommt eine einmalige RSV-Prophylaxe vor der ersten RSV-Saison. Impfreaktionen wie Rötung oder leichtes Fieber sind meist nach 1 bis 3 Tagen vorbei.

  • Start: ab 6 Wochen Rotaviren, ab 2 Monaten die ersten Spritzen.
  • Grundimmunisierung im „2+1-Schema“: 2, 4 und 11 Monate.
  • Masern, Mumps, Röteln, Windpocken: mit 11 und 15 Monaten.
  • Meningokokken B: 2, 4 und 12 Monate. Die Meningokokken-C-Impfung mit 12 Monaten entfällt.
  • Für die Kita brauchen Sie in Deutschland einen Nachweis über den Masernschutz.

Impfkalender Baby: welche Impfung wann?

Die Tabelle zeigt die Standardimpfungen für reif geborene Babys nach dem aktuellen STIKO-Impfkalender. Frühgeborene bekommen teilweise ein anderes Schema (3+1), das legt Ihre Kinderarztpraxis fest. Wurde ein Termin verschoben, wird nicht von vorn begonnen: Fehlende Impfungen werden nachgeholt.

AlterWas ansteht (Standard laut STIKO)Gut zu wissen
Nach der Geburt bzw. vor der ersten RSV-SaisonRSV-Prophylaxe: einmalig ein AntikörperGeburt Oktober bis März: möglichst rasch nach der Geburt, etwa in der Klinik oder bei der U2. Geburt April bis September: im Herbst vor der ersten Saison
ab 6 WochenRotaviren: Schluckimpfung, je nach Impfstoff 2 oder 3 DosenKeine Spritze, sondern Tropfen in den Mund. Die Serie sollte spätestens mit 12 Wochen begonnen werden
2 MonateSechsfachimpfung (Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung, Hepatitis B), Pneumokokken, Meningokokken BMehrere Impfungen an einem Termin sind üblich und gut verträglich
4 MonateSechsfachimpfung, Pneumokokken, Meningokokken BPasst zeitlich oft zur U4
11 MonateSechsfachimpfung und Pneumokokken (Abschluss der Grundimmunisierung), Masern-Mumps-Röteln und Windpocken (1. Dosis)Zwischen der 2. und 3. Dosis liegen mindestens 6 Monate, daher „2+1-Schema“
12 MonateMeningokokken B (3. Dosis)Die frühere Meningokokken-C-Impfung mit 12 Monaten entfällt seit der STIKO-Änderung 2025
15 MonateMasern-Mumps-Röteln und Windpocken (2. Dosis)Damit ist der Masernschutz vollständig

Leben Sie in Österreich oder der Schweiz, gelten dort eigene nationale Impfpläne. Die Zeitpunkte können abweichen, fragen Sie dann Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt nach dem Plan Ihres Landes.

Baby Impfungen: welche sind notwendig?

In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfpflicht für Babys, aber eine Nachweispflicht für Masern: Wer sein Kind in Kita oder Tagespflege betreuen lassen möchte, muss den Masernschutz belegen. Alle anderen Standardimpfungen sind Empfehlungen der STIKO, die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

Warum so früh? Gerade im ersten Lebensjahr verlaufen Keuchhusten, Hib- und Pneumokokken-Infektionen oder Meningokokken-Erkrankungen besonders schwer. Die Impfungen sind so gelegt, dass Ihr Baby geschützt ist, bevor es diesen Erregern häufig begegnet. Auch Geschwister und Erwachsene mit vollständigem Impfschutz schützen das Baby mit, etwa vor Keuchhusten.

Was 2025 und 2026 neu ist

  • RSV-Prophylaxe: Seit 2024 empfiehlt die STIKO für alle Neugeborenen und Säuglinge einen einmaligen Antikörper vor oder in ihrer ersten RSV-Saison. Das ist keine klassische Impfung, sondern ein sofortiger „Leihschutz“.
  • Meningokokken B: Standardimpfung für Säuglinge. Weil sie häufiger Fieber macht, empfiehlt die STIKO bei Kindern unter 2 Jahren vorbeugend Paracetamol, zeitgleich mit der Impfung oder kurz danach. Die Dosis richtet sich nach Gewicht und Alter, besprechen Sie sie mit der Praxis.
  • Meningokokken C: Die Impfung mit 12 Monaten wurde gestrichen. Stattdessen empfiehlt die STIKO eine Vierfachimpfung (ACWY) im Alter von 12 bis 14 Jahren.

Der Impftag: so wird es für Ihr Baby leichter

  1. Gelbes Kinderuntersuchungsheft und Impfpass einpacken.
  2. Kleidung wählen, bei der die Oberschenkel schnell frei sind, zum Beispiel einen Body mit Druckknöpfen.
  3. Ihr Baby während der Impfung auf dem Schoß halten, Haut an Haut, wenn es geht.
  4. Wenn Sie stillen: direkt vor, während oder nach dem Piks anlegen. Saugen und Nähe lindern den Schmerz. Ein Fläschchen oder Schnuller hilft auch.
  5. Bei mehreren Spritzen: Fragen Sie, ob die schmerzhafteste zuletzt gegeben werden kann.
  6. Danach: viel Körperkontakt, öfter anbieten zu trinken, einen ruhigen Tag einplanen.

Bei der Rotaviren-Schluckimpfung gilt: Spuckt Ihr Baby einen Teil wieder aus, sagen Sie es direkt in der Praxis. Wie Sie ein aufgewühltes Baby nach dem Termin sanft zur Ruhe bringen, lesen Sie im Ratgeber Baby beruhigen: was in unruhigen Momenten hilft.

Baby nach der Impfung: was ist normal?

Die meisten Babys reagieren mit einer geröteten Einstichstelle, sind ein, zwei Tage anhänglicher oder schlafen mehr. Etwa ein bis zwei Wochen nach der Masern-Mumps-Röteln-Impfung können leichtes Fieber und ein flüchtiger Ausschlag auftreten, die sogenannten Impfmasern. Sie sind nicht ansteckend. Die folgende Übersicht hilft bei der Einschätzung:

Nach der ImpfungMeist normal (1 bis 3 Tage)Praxis anrufen oder 116 117Sofort 112
EinstichstelleRötung, leichte Schwellung, DruckschmerzSchwellung wird nach 2 Tagen noch größer–
Temperaturleicht erhöhtunter 3 Monaten ab 38,0 °C, sonst ab etwa 39 °C oder länger als einen TagFieberkrampf, kaum weckbar
Verhaltenquengelig, anhänglich, mehr Schlafuntröstliches, schrilles Weinen über Stunden, trinkt kaumschlapp, blass oder bläulich
Haut und Atmung––Quaddeln am ganzen Körper, Schwellung im Gesicht, Atemnot kurz nach der Impfung

Baden und ein Spaziergang an der frischen Luft sind am Impftag erlaubt, wenn es Ihrem Baby gut geht. Ob und wann Sie ein Fiebermittel geben, und ab welcher Temperatur Sie handeln sollten, erklärt unser Ratgeber Baby Fieber: ab wann zum Arzt?.

Lesen Sie auch: Schmerzmittel fürs Baby: Paracetamol oder Ibuprofen nach der Impfung.

Wann zum Kinderarzt?

  • Sofort 112: Atemnot, Schwellung im Gesicht oder Quaddeln am ganzen Körper in den Minuten bis Stunden nach der Impfung, ein Krampfanfall oder ein Baby, das schlapp und kaum weckbar ist.
  • Am selben Tag in die Praxis oder außerhalb der Sprechzeiten zum ärztlichen Bereitschaftsdienst (in Deutschland 116 117): Fieber ab 38,0 °C bei Babys unter 3 Monaten, hohes Fieber ab etwa 39 °C, untröstliches Weinen über Stunden oder wenn Ihr Baby kaum trinkt.
  • In den nächsten Tagen: eine Schwellung, die nach 2 Tagen noch wächst, oder Fragen zu verpassten Terminen und Nachholimpfungen.

Eine Übersicht, welche Beschwerden bei Babys generell ärztlich abgeklärt werden sollten, finden Sie im Ratgeber Baby: wann zum Arzt?.

Häufige Fragen

Werden bei Babys alle Impfungen auf einmal gegeben?

Meist bekommt Ihr Baby an einem Termin mehrere Impfungen, zum Beispiel die Sechsfachimpfung, Pneumokokken und Meningokokken B, dazu die Schluckimpfung. Das ist so vorgesehen und überfordert das Immunsystem nicht. Ihr Baby hat dadurch weniger Termine und ist früher geschützt.

Darf mein Baby mit Schnupfen geimpft werden?

Bei einem leichten Infekt mit Schnupfen ohne Fieber kann in der Regel geimpft werden. Hat Ihr Baby Fieber oder ist deutlich krank, verschiebt die Praxis den Termin um einige Tage.

Was passiert, wenn ein Impftermin verpasst wurde?

Die Grundimmunisierung muss nicht neu begonnen werden. Ihre Praxis holt die fehlenden Dosen nach und plant die nächsten Termine. Nur bei der Rotaviren-Schluckimpfung gibt es feste Altersgrenzen, deshalb sollte sie nicht aufgeschoben werden.

Was bringt die RSV-Prophylaxe für mein Baby?

RS-Viren sind im ersten Winter die häufigste Ursache für schwere Atemwegsinfekte, die bei Babys im Krankenhaus enden können. Der einmal gegebene Antikörper schützt sofort für die erste Saison. Fragen Sie in der Geburtsklinik oder bei der U2 danach, wenn Ihr Baby im Herbst oder Winter geboren wird. Wie Sie ein erkältetes Baby nachts gut begleiten, lesen Sie in Baby erkältet: so schläft es besser.

Weitere Ratgeber rund um Infekte, Unfälle und Vorsorge finden Sie im Ratgeber Gesundheit und Sicherheit. Auch der Pseudokrupp-Ratgeber hilft im ersten Winter: Pseudokrupp beim Baby.

Quellen

  • Robert Koch-Institut (RKI), STIKO: Impfkalender 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026
  • RKI: Schutzimpfung gegen Meningokokken B, Umsetzung (FAQ, Stand 26.3.2026), inklusive Paracetamol-Empfehlung
  • STIKO: Änderung der Meningokokken-Empfehlung, Epidemiologisches Bulletin 44/2025 (Wegfall MenC mit 12 Monaten, MenACWY mit 12 bis 14 Jahren)
  • RKI: Pneumokokken-Impfempfehlung, 2+1-Schema für reif geborene Säuglinge (FAQ, Stand 23.3.2026)
  • kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Impfkalender und RSV-Prophylaxe für Neugeborene und Säuglinge

Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Maßgeblich ist der aktuelle Impfkalender der STIKO und das Gespräch mit Ihrer Kinderarztpraxis.