Der Vormittagsschlaf will nicht klappen, am Nachmittag schläft Ihr Baby plötzlich ewig, und abends ist es hellwach. Wer nach Wachphasen Baby sucht, möchte meist zwei Dinge wissen: Wie lange kann mein Baby in seinem Alter wach bleiben, und wie viele Tagschläfchen sind normal? Die Tabelle unten zeigt beides auf einen Blick, mit den Durchschnittswerten, die auch kindergesundheit-info.de nennt.
Kurz gesagt: Wachphasen und Tagschlaf nach Alter
- In den ersten drei Monaten schlafen Babys im Schnitt 16 bis 18 Stunden, verteilt auf etwa fünf bis sechs Schlafphasen über Tag und Nacht. Einen festen Plan gibt es noch nicht.
- Wachphasen werden mit dem Alter länger: von etwa 45 bis 90 Minuten bei Neugeborenen bis zu rund 3 bis 4 Stunden um den ersten Geburtstag.
- Mit einem Jahr machen die meisten Kinder noch zwei Tagschläfchen, mit 18 Monaten fast alle nur noch eines.
- Die Zahlen sind Anhaltspunkte. Die Müdigkeitszeichen Ihres Babys sind wichtiger als die Uhr.
Wachphasen Baby: Tabelle nach Alter
| Alter | Schlaf in 24 Stunden (Durchschnitt) | Tagschläfchen (typisch) | Wachphase (Orientierung) |
|---|---|---|---|
| 0 bis 3 Monate | 16 bis 18 Std., gleichmäßig über Tag und Nacht | 4 bis 6, oft unregelmäßig | 45 bis 90 Min. |
| 3 bis 6 Monate | etwa 14,5 Std. (3 Monate) | 3 bis 4 | 1,5 bis 2 Std., langsam länger |
| 6 bis 9 Monate | etwa 14,2 Std. | 2 bis 3 | 2 bis 3 Std. |
| 9 bis 12 Monate | etwa 14 Std. (12 Monate) | 2 | 2,5 bis 3,5 Std. |
| 12 bis 18 Monate | etwa 13,5 Std. (18 Monate) | von 2 auf 1 | 3 bis 4 Std. |
| 18 bis 24 Monate | etwa 13 Std. (2 Jahre) | 1, meist mittags | nach Müdigkeitszeichen |
So lesen Sie die Tabelle: Der Schlafbedarf ist ein Durchschnitt aus Schweizer Langzeitdaten (Jenni, Largo u. a.), den kindergesundheit-info.de veröffentlicht. Abweichungen von bis zu zwei Stunden sind völlig normal. Wachphasen sind keine offizielle Empfehlung, sondern Erfahrungswerte, die vielen Eltern beim Planen helfen. Wichtiger ist, dass Ihr Baby nach dem Aufwachen meist zufrieden ist, gut trinkt und gedeiht.
Woran erkenne ich, dass mein Baby müde ist?
Babys können sich nicht „entscheiden“ zu schlafen, sie werden vom Schlaf übermannt. Legen Sie Ihr Baby hin, wenn es müde wirkt, nicht erst, wenn die Wachphase laut Tabelle vorbei ist. Typische Zeichen:
- Gähnen und ein starrer, abwesender Blick
- Augen oder Ohren reiben
- wegdrehen, weniger Interesse an Spielzeug und Gesichtern
- Quengeln, das beim Herumtragen nicht besser wird
Ist Ihr Baby erst übermüdet, fällt das Einschlafen oft schwerer, nicht leichter.
Tagschlaf Baby: was sich in welchem Alter ändert
0 bis 3 Monate: dem Baby folgen
Neugeborene schlafen in kurzen Abschnitten und wachen zum Trinken auf, tags wie nachts. Ein Plan funktioniert noch nicht. Mit etwa vier bis sechs Wochen wird der Schlaf langsam regelmäßiger. Was in dieser Zeit normal ist, lesen Sie in unserem Beitrag zum Baby Schlafrhythmus.
3 bis 6 Monate: die Schläfchen ordnen sich
Viele Babys finden zu einem Muster mit drei bis vier Tagschläfchen, oft am Vormittag, um die Mittagszeit und am späten Nachmittag. Der Nachtschlaf wird länger. Um den vierten Monat kann der Schlaf vorübergehend unruhiger werden, mehr dazu unter Schlafregression beim Baby.
6 bis 12 Monate: von drei auf zwei Schläfchen
Irgendwann in dieser Zeit fällt bei vielen Babys das kurze Schläfchen am späten Nachmittag weg. Ein hilfreicher Tipp von kindergesundheit-info.de: Ab etwa sechs Monaten sollte der Tagschlaf ungefähr vier Stunden vor dem Nachtschlaf beendet sein, damit Ihr Baby abends richtig müde ist.
12 bis 24 Monate: von zwei auf ein Schläfchen
Mit 18 Monaten schlafen fast alle Kinder nur noch einmal am Tag, meist nach dem Mittagessen. Der Wechsel kann ein paar Wochen dauern. An Tagen, an denen ein Schläfchen nicht reicht, hilft eine etwas frühere Schlafenszeit.
Zeichen, dass ein Schläfchen wegfallen kann
- Ihr Kind wehrt sich ein bis zwei Wochen lang regelmäßig gegen dasselbe Schläfchen.
- Es braucht sehr lange zum Einschlafen, und das letzte Schläfchen schiebt die Schlafenszeit weit nach hinten.
- Es wacht morgens deutlich früher auf, obwohl sich sonst nichts geändert hat.
Stellen Sie langsam um und legen Sie Ihr Kind in der Übergangszeit abends etwas früher hin.
In 3 Schritten zum eigenen Tagesrhythmus
- Schlafprotokoll führen: Notieren Sie zwei bis drei Wochen lang, wann und wie lange Ihr Baby schläft. So sehen Sie seinen echten Schlafbedarf, wie es kindergesundheit-info.de empfiehlt.
- Muster erkennen: Markieren Sie, wann Ihr Baby die ersten Müdigkeitszeichen zeigt. Daraus ergeben sich seine persönlichen Wachphasen, die von der Tabelle abweichen dürfen.
- Zeiten verankern: Halten Sie Essens-, Spiel- und Schlafzeiten möglichst ähnlich und starten Sie jedes Schläfchen mit einer kurzen Version Ihres Einschlafrituals: frische Windel, Schlafsack, ein Lied.
Kurze Schläfchen: normal oder ein Problem?
Nickerchen von 30 bis 45 Minuten sind in den ersten Monaten sehr häufig, weil das ungefähr einem Schlafzyklus entspricht. Viele Babys lernen mit der Zeit, mehrere Zyklen aneinanderzuhängen. Wacht Ihr Baby nach einem kurzen Schlaf zufrieden auf, war es vermutlich genug. Wacht es weinend auf, warten Sie einen Moment oder beruhigen Sie es sanft, damit es noch einmal einschlafen kann.
Auch tagsüber sicher schlafen
- Legen Sie Ihr Baby auch für jedes Schläfchen auf den Rücken, im Babyschlafsack und ohne Kissen, Decke oder Nestchen.
- Schläft es unterwegs in der Babyschale ein, legen Sie es zu Hause flach in sein Bett.
- Tagsüber muss es nicht stockdunkel sein. In den ersten Monaten hilft normales Tageslicht sogar dabei, Tag und Nacht zu unterscheiden.
- Alle Regeln für den sicheren Schlafplatz finden Sie unter Sicherer Babyschlaf.
Lesen Sie auch: Schlafzyklus beim Baby: warum es nach 40 Minuten aufwacht.
Wann zum Kinderarzt?
- Ihr Baby ist auffällig schläfrig, schwer zu wecken oder zu müde zum Trinken.
- Sie bemerken Schnarchen, Nach-Luft-Schnappen oder Atempausen im Schlaf.
- Schlafprobleme kommen zusammen mit schlechtem Trinken, weniger nassen Windeln oder geringer Gewichtszunahme.
- Ihr Baby wirkt krank, etwa mit Fieber oder Atemproblemen.
- Sie selbst sind erschöpft. Sprechen Sie das in der Praxis oder bei Ihrer Hebamme an.
- Im Notfall rufen Sie die 112, nachts und am Wochenende den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Häufige Fragen
Wie lange sind die Wachphasen beim Baby mit 4 Monaten?
Meist etwa 1,5 bis 2 Stunden, bei manchen Babys schon etwas länger. Die meisten machen in diesem Alter drei bis vier Tagschläfchen. Achten Sie auf die Müdigkeitszeichen, die Zeit ist nur ein grober Rahmen.
Wie viele Nickerchen macht ein Baby mit 6 Monaten?
Häufig zwei bis drei. Viele Babys lassen zwischen sechs und neun Monaten das dritte, kurze Schläfchen am späten Nachmittag weg. Endet der letzte Tagschlaf etwa vier Stunden vor dem Zubettgehen, klappt der Abend oft leichter.
Kann ein Baby tagsüber zu viel schlafen?
Bei älteren Babys können sehr lange Tagschläfchen den Nachtschlaf verkürzen. In den ersten Wochen besprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Kinderarztpraxis, ob Sie Ihr Baby zum Trinken wecken sollen, etwa wenn es sein Geburtsgewicht noch nicht wieder erreicht hat.
Mein Baby macht Tagschlaf nur auf mir. Ist das schlimm?
Das ist in den ersten Monaten sehr häufig und völlig in Ordnung. Versuchen Sie es mit einem Schläfchen am Tag im Bett und bauen Sie das langsam aus. Werden Sie selbst müde, legen Sie Ihr Baby auf den Rücken an seinen sicheren Schlafplatz.
Mehr zu Einschlafen und Durchschlafen finden Sie im Ratgeber Schlaf. Eine Checkliste für den sicheren Schlafplatz gibt es bei unseren kostenlosen Checklisten.
Quellen
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Schlafbedarf und Schlafdauer (Tabelle nach Jenni, Iglowstein, Benz, Largo 2003; Schlafprotokoll)
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Das Wichtigste zum Schlaf im ersten Lebensjahr (16 bis 18 Stunden, Müdigkeitszeichen)
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Schlaftipps für Babys (Tagschlaf ab 6 Monaten etwa vier Stunden vor dem Nachtschlaf beenden)
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Sicher schlafen
Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie sich Sorgen um den Schlaf Ihres Babys machen, wenden Sie sich an Ihre Kinderarztpraxis oder Ihre Hebamme.
