Fläschchen geben: Haltung, Tipps und 9 Fehler, die Sie leicht vermeiden

Eigentlich sieht es so einfach aus. Und dann schluckt Ihr Baby hastig, verschluckt sich, spuckt die halbe Mahlzeit wieder aus oder schreit vor Bauchweh. Beim Fläschchen geben stecken die Ursachen meist in kleinen Gewohnheiten, die sich leicht ändern lassen. Hier lesen Sie, welche Haltung sich bewährt hat, welche 9 Fehler häufig vorkommen und wie Sie es ab der nächsten Flasche besser machen.

Kurz gesagt: Fläschchen geben, aber richtig

Halten Sie Ihr Baby beim Fläschchen geben halb aufrecht und eng im Arm, mit dem Kopf in Ihrer Ellenbeuge, und wechseln Sie wie beim Stillen die Seite. Halten Sie die Flasche eher flach, lassen Sie Ihr Baby Pausen machen und hören Sie auf, wenn es satt ist. Die Flasche muss nicht leer werden. Jede Mahlzeit wird frisch zubereitet, Reste kommen weg.

  • Halb aufrecht, Kopf höher als der Bauch.
  • Ihr Baby bestimmt Tempo und Menge.
  • Nie die Flasche anlehnen oder Ihr Baby allein trinken lassen.
  • Keine Mikrowelle, keine aufgehobenen Reste.

Die richtige Haltung beim Fläschchen geben

  1. Setzen Sie sich bequem hin, stützen Sie Ihren Arm mit einem Kissen ab.
  2. Legen Sie Ihr Baby halb aufrecht in Ihren Arm, Bauch zu Ihnen gewandt, den Kopf in der Ellenbeuge.
  3. Berühren Sie mit dem Sauger die Lippen und warten Sie, bis Ihr Baby den Mund öffnet und den Sauger selbst aufnimmt.
  4. Halten Sie die Flasche so flach, dass der Sauger gerade mit Milch gefüllt ist. So fließt die Milch nicht von allein in den Mund.
  5. Senken Sie die Flasche alle paar Minuten kurz ab, damit Ihr Baby durchatmen kann.
  6. Wechseln Sie von Mahlzeit zu Mahlzeit den Arm, wie es das BIÖG empfiehlt. Das fördert Blickkontakt von beiden Seiten.

9 Fehler beim Fläschchen geben und wie Sie sie vermeiden

FehlerWarum es ein Problem istSo geht es besser
1. Baby liegt flachEs verschluckt sich leichter und spuckt mehrHalb aufrecht im Arm halten
2. Flasche anlehnen oder Baby allein lassenGefahr, sich zu verschlucken; Baby trinkt mehr als es willFlasche und Baby immer selbst halten
3. Pulver nach Gefühl dosierenZu konzentriert belastet den Körper, zu dünn macht nicht sattGestrichene Messlöffel genau nach Packung
4. Zu heißes WasserVerbrühungsgefahrMit höchstens 40 °C anrühren, am Handgelenk testen
5. Erwärmen in der MikrowelleUngleichmäßige, sehr heiße StellenFrisch zubereiten oder im Wasserbad erwärmen
6. Reste aufhebenKeime vermehren sich in angetrunkener MilchReste sofort wegschütten
7. Falsches SaugerlochZu groß: hastiges Schlucken; zu klein: FrustSaugergröße an Milch und Alter anpassen
8. Zum Austrinken drängenBaby verlernt, auf sein Sättigungsgefühl zu hörenSättigungszeichen respektieren
9. Fläschchen zum Einschlafen oder DauernuckelnFördert KariesFlasche als Mahlzeit, danach Einschlafritual ohne Flasche

Warum „austrinken lassen“ keine gute Idee ist

Die Mengen auf der Packung sind laut BIÖG nur eine grobe Orientierung. Ihr Baby zeigt selbst, wann es hungrig und wann es satt ist: Es dreht den Kopf weg, schiebt den Sauger mit der Zunge heraus, trinkt langsamer oder schläft ein. Wer zum Austrinken ermuntert, riskiert, dass Ihr Baby lernt, über seinen Hunger hinaus zu trinken. Wie viel Milch in welchem Alter typisch ist, steht in unserem Ratgeber Baby Trinkmenge.

Flaschen und Sauger sauber halten

  • Flasche und Sauger direkt nach dem Trinken mit Wasser ausspülen, dann mit heißem Wasser, Spüli und einer eigenen Flaschenbürste reinigen.
  • Für zusätzliche Sicherheit können Sie die Utensilien auskochen. Latexsauger gelegentlich auskochen, sie werden mit der Zeit porös.
  • Poröse, rissige oder klebrige Sauger austauschen.
  • Flaschenwärmer mit Wasserbad alle zwölf Stunden reinigen und das Wasser wechseln.

Nach dem Fläschchen: Bäuerchen und Ruhe

Viele Babys schlucken beim Trinken Luft. Ein Bäuerchen in der Mitte und am Ende der Mahlzeit kann helfen, muss aber nicht jedes Mal kommen. Etwas Spucken nach dem Trinken ist bei vielen Babys normal. Wann es zu viel ist, erklärt unser Ratgeber Baby spuckt viel, weitere Tipps gegen Luft im Bauch finden Sie unter Baby Blähungen.

Wann zum Kinderarzt?

  • Ihr Baby hustet, würgt oder läuft beim Trinken blau oder grau an: Bei Atemnot sofort 112 wählen.
  • Es erbricht im Schwall, das Erbrochene ist grünlich oder blutig.
  • Es trinkt auffällig wenig und kraftlos oder hat deutlich weniger nasse Windeln.
  • Es nimmt nicht gut zu oder verweigert die Flasche über mehrere Mahlzeiten.
  • Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Häufige Fragen

Muss die Milch im Fläschchen warm sein?

Sie sollte etwa Trinktemperatur haben. Weil das Pulver mit höchstens 40 °C warmem Wasser angerührt wird, ist die Flasche meist schon passend. Prüfen Sie die Temperatur mit ein paar Tropfen auf der Innenseite Ihres Handgelenks, nicht durch Probieren am Sauger.

Darf ich mein Baby im Liegen füttern?

Besser nicht flach auf dem Rücken. Im Liegen kann Milch leichter in die falsche Richtung laufen, und Ihr Baby verschluckt sich eher. Halten Sie es halb aufrecht im Arm. Auch das Füttern im Autositz oder in der Babyschale ersetzt nicht den Arm.

Kann ich Fläschchen für die Nacht vorbereiten?

Fertige Milch sollten Sie nicht vorbereiten oder warmhalten. Das BIÖG empfiehlt stattdessen: abgekochtes Wasser in einer Thermoskanne und die abgemessene Pulvermenge in einer sauberen Flasche bereitstellen und erst bei Bedarf mischen.

Welches Saugerloch ist das richtige?

Für Pre-Nahrung reicht meist ein kleines Saugerloch, für die etwas dickere „1“-Nahrung empfiehlt das BIÖG ein mittleres. Verschluckt sich Ihr Baby oft, ist das Loch eventuell zu groß. Wird es beim Trinken wütend und schnell müde, kann es zu klein sein.

Mehr zur Ernährung im ersten Jahr finden Sie im Ratgeber Ernährung, für Ausflüge den Ratgeber Fläschchen unterwegs zubereiten. Mahlzeiten und Windeln behalten Sie mit unserem Trink- und Windelprotokoll im Blick, zu finden bei den kostenlosen Checklisten.

Quellen

  • kindergesundheit-info.de (BIÖG): Wie Flaschennahrung richtig gefüttert wird
  • kindergesundheit-info.de (BIÖG): Hygiene bei der Flaschenfütterung
  • kindergesundheit-info.de (BIÖG): Säuglingsmilch für die Flasche
  • Netzwerk Gesund ins Leben: Zubereitung der Säuglingsmilchnahrung
  • Netzwerk Gesund ins Leben: Babybrei aus dem Gläschen (Trinkmahlzeiten und Karies)

Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie sich Sorgen um das Trinkverhalten Ihres Babys machen, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Kinderarztpraxis.