Erster Brei Baby: Welches Gemüse, wie viel und der Plan für die ersten 4 Wochen

Der Hochstuhl steht, die kleinen Löffel liegen bereit, und jetzt stehen Sie vor dem Gemüseregal: Karotte, Pastinake oder Kürbis? Und wie viel davon? Viele Eltern geben an diesem Punkt „erster Brei Baby“ bei Google ein und finden zehn verschiedene Pläne. Hier bekommen Sie einen klaren Ablauf: welches Gemüse sich eignet, wie viel Ihr Baby am Anfang isst und wie Sie den ersten Brei in etwa vier Wochen zur vollständigen Mittagsmahlzeit ausbauen, so wie es das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt.

Kurz gesagt: der erste Brei fürs Baby

  • Der erste Brei ist in Deutschland meist ein Mittagsbrei aus Gemüse, später ergänzt um Kartoffel, Rapsöl und Fleisch.
  • Starten Sie zwischen dem Beginn des 5. und dem Beginn des 7. Monats, wenn Ihr Baby die Beikostreifezeichen zeigt.
  • Beginnen Sie mit ein paar Löffelchen einer einzigen Gemüsesorte, zum Beispiel Karotte, Pastinake oder Kürbis.
  • Nach und nach kommen Kartoffel, Öl und Fleisch dazu, bis der Brei nach etwa vier Wochen eine Milchmahlzeit ersetzt.
  • Kein Salz, kein Zucker, kein Honig. Muttermilch oder Säuglingsmilch bleibt weiter wichtig.

Erster Brei Baby: ab wann?

Laut Netzwerk Gesund ins Leben ist Ihr Baby frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats bereit für Beikost. Entscheidend ist nicht das Datum, sondern Ihr Kind: Es kann mit etwas Unterstützung aufrecht sitzen, hält den Kopf sicher, zeigt Interesse am Essen und schiebt den Löffel nicht mehr reflexartig mit der Zunge heraus. Woran Sie das genau erkennen, lesen Sie in unserem Beitrag zu den Beikostreifezeichen.

Welches Gemüse für den ersten Brei?

Für den Anfang eignen sich milde Gemüsesorten, die weich garen und sich gut pürieren lassen:

  • Karotte (Möhre): mild, leicht süßlich, der Klassiker für den ersten Brei.
  • Pastinake: cremig und gut verträglich.
  • Kürbis (zum Beispiel Hokkaido): sämig, leicht süß.
  • Zucchini, Blumenkohl, Brokkoli: etwas kräftiger im Geschmack und gut für Abwechslung, sobald Ihr Baby die ersten Löffel kennt.

Bleiben Sie in den ersten Tagen bei einer Sorte. So gewöhnt sich Ihr Baby an Geschmack und Löffel, und Sie sehen, wie es den Brei verträgt. Danach darf das Gemüse ruhig wechseln: Kinder, die früh verschiedene Gemüsesorten probieren, akzeptieren später oft mehr Vielfalt.

Der Einführungsplan: erster Brei in 4 Wochen

WocheWas kommt in den BreiMenge (Orientierung)Milch
1reines Gemüsepüree, eine Sorte2 bis 3 Teelöffel, langsam mehrdanach stillen oder Fläschchen nach Bedarf
2Gemüse plus Kartoffel und RapsölMenge weiter steigerndanach Milch, falls Ihr Baby noch Hunger hat
3plus Fleisch und Vitamin-C-reicher Saft oder ObstpüreeRichtung ganze Portionoft nur noch wenig Milch danach
4vollständiger Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breieine ganze Portion, je nach Rezept rund 200 gersetzt die Milchmahlzeit am Mittag

Die Wochen sind eine Orientierung. Isst Ihr Baby schneller größere Mengen, können Sie früher zum nächsten Schritt gehen. Braucht es länger, ist das genauso in Ordnung. Wie es nach dem Mittagsbrei weitergeht, mit Abendbrei und Nachmittagsbrei, zeigt unser Beikostplan fürs erste Jahr.

Rezept: der vollständige Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

Für eine Portion nennt das Netzwerk Gesund ins Leben ungefähr diese Zutaten: etwa 100 g Gemüse, 50 g Kartoffeln, 30 g mageres Fleisch, 1 Esslöffel Rapsöl sowie 1,5 Esslöffel Vitamin-C-reichen Obstsaft oder Obstpüree.

  1. Gemüse und Kartoffel schälen, klein schneiden. Das Fleisch in kleine Würfel schneiden.
  2. Alles mit wenig Wasser in einem Topf etwa 10 Minuten weich garen, bis das Fleisch durch ist.
  3. Mit dem Saft oder Obstpüree fein pürieren. Ist der Brei zu fest, etwas Kochwasser dazugeben.
  4. Zum Schluss das Rapsöl unterrühren und den Brei auf Trinkwärme abkühlen lassen. Gut umrühren und die Temperatur prüfen.

Sie können Portionen vorkochen und einfrieren. Fisch wie Lachs kann das Fleisch ein- bis zweimal pro Woche ersetzen. Für eine vegetarische Variante nehmen Sie statt Fleisch Vollkorngetreideflocken, zum Beispiel Haferflocken, und etwas mehr Vitamin-C-reichen Saft, damit das Eisen aus dem Getreide besser aufgenommen wird.

Wie viel isst ein Baby beim ersten Brei?

Am ersten Tag reichen zwei bis drei Teelöffel völlig. Viele Babys schieben anfangs mehr Brei heraus, als sie schlucken. Das hat nichts damit zu tun, ob es ihm schmeckt: Essen vom Löffel ist eine ganz neue Bewegung. Geben Sie nach dem Brei wie gewohnt die Brust oder das Fläschchen, solange Ihr Baby noch Hunger hat. Erst wenn es eine ganze Portion Brei schafft, ersetzt diese die Milchmahlzeit am Mittag.

Würgen beim ersten Brei: normal oder gefährlich?

Würgen ist bei den ersten Löffeln häufig und meist harmlos. Der Würgereflex sitzt bei Babys noch weit vorn im Mund und schützt die Atemwege. Ihr Baby hustet, verzieht das Gesicht oder schiebt den Brei wieder heraus und atmet dabei normal. Anders ist es, wenn Ihr Kind keine Luft bekommt, nicht mehr husten oder schreien kann oder blau anläuft: Dann rufen Sie sofort den Notruf 112. Damit es gar nicht so weit kommt, füttern Sie Ihr Baby immer aufrecht sitzend und bleiben während des Essens bei ihm.

Was nicht in den ersten Brei gehört

  • Salz, Zucker, Gewürzmischungen und Brühwürfel
  • Honig, im ganzen ersten Lebensjahr nicht (Gefahr von Säuglingsbotulismus)
  • Kuhmilch als Getränk, sie gehört erst ab etwa einem Jahr ins Glas
  • rohes oder nicht durchgegartes Fleisch, rohe Eier und roher Fisch
  • ganze Nüsse und andere harte, kleine Stücke

Lebensmittel, die häufiger Allergien auslösen, etwa Ei oder Fisch, müssen Sie nach heutigem Wissen nicht bewusst hinauszögern. Hat Ihr Baby bereits eine Allergie oder ausgeprägte Neurodermitis, besprechen Sie den Beikoststart vorher mit Ihrer Kinderarztpraxis.

Wann zum Kinderarzt?

  • Quaddeln, Schwellungen im Gesicht oder an den Lippen, Erbrechen oder Atemnot nach einem neuen Lebensmittel: sofort Notruf 112.
  • Ihr Baby würgt oder erbricht über Wochen bei jedem Brei.
  • Ihr Baby verweigert den Löffel auch mit Beginn des 7. Monats noch komplett.
  • Ihr Baby ist ein Frühchen: Besprechen Sie den Beikoststart mit der Kinderarztpraxis.
  • Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Eine Übersicht aller Warnzeichen finden Sie in unserem Beitrag Baby wann zum Arzt? Die Warnzeichen nach Dringlichkeit.

Häufige Fragen

Erster Brei: mittags oder abends?

In Deutschland wird der erste Brei meist mittags gegeben, weil der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei die Mittagsmilch ersetzen soll. Wichtiger als die Uhrzeit ist aber, dass Ihr Baby wach, zufrieden und nicht zu hungrig ist. Passt das bei Ihnen besser am frühen Nachmittag, ist das in Ordnung.

Mein Baby schiebt den Brei wieder heraus. Mag es ihn nicht?

Meist nicht. Die Zunge muss erst lernen, Brei nach hinten zu befördern statt nach vorn wie beim Saugen. Bieten Sie den Brei in den nächsten Tagen weiter in kleinen Mengen an. Oft braucht es mehrere Versuche, bis ein neuer Geschmack angenommen wird.

Muss der erste Brei Fleisch enthalten?

Fleisch liefert gut verfügbares Eisen, das Babys im zweiten Lebenshalbjahr in größerer Menge brauchen. Deshalb kommt es in den Mittagsbrei. Ernähren Sie sich vegetarisch, ersetzen Sie das Fleisch durch Haferflocken oder andere Vollkornflocken und geben Vitamin-C-reichen Saft dazu.

Gläschen oder selbst kochen?

Beides ist möglich. Beim Gläschen achten Sie auf eine kurze Zutatenliste ohne zugesetzten Zucker und Salz und darauf, dass es zum Alter Ihres Babys passt. Selbst gekocht wissen Sie genau, was drin ist, und können die Konsistenz nach und nach gröber machen.

Mehr rund um Stillen, Fläschchen und Beikost finden Sie im Ratgeber Ernährung. Wie viel Milch Ihr Baby neben dem Brei noch trinkt, lesen Sie im Beitrag zur Baby Trinkmenge.

Quellen

  • Netzwerk Gesund ins Leben: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, Rezept und Zubereitung
  • Netzwerk Gesund ins Leben: Handlungsempfehlungen, Abfolge und Auswahl der Beikost (Beikostbeginn, Fisch, vegetarische Variante)
  • kindergesundheit-info.de (BIÖG): Beikost einführen
  • kindergesundheit-info.de (BIÖG): Rezepte für Säuglingsbreie
  • kindergesundheit-info.de (BIÖG): Ernährung des Babys bei erhöhtem Allergierisiko

Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zum Beikoststart wenden Sie sich an Ihre Kinderarztpraxis oder Ihre Hebamme.