Tagsüber geht es noch, doch sobald Ihr Baby liegt, ist die Nase zu, es hustet, wacht stündlich auf und weint. Und Sie liegen daneben und horchen auf jeden Atemzug. Wenn ein Baby erkältet schlafen soll, helfen drei Dinge: eine freie Nase vor dem Hinlegen, genug Flüssigkeit und eine Schlafumgebung, die auch bei Krankheit sicher bleibt. Dazu kommt das Wissen, welche Zeichen nicht bis zum Morgen warten sollten.
Kurz gesagt: So schläft Ihr erkältetes Baby besser
- Vor dem Schlafen und vor dem Trinken die Nase mit Kochsalztropfen befeuchten und Schleim sanft absaugen.
- Häufig Brust oder Fläschchen anbieten. Fieber erhöht den Flüssigkeitsbedarf.
- Auch krank schläft Ihr Baby in Rückenlage im eigenen Bett, ohne Kissen, Keile oder Lagerungshilfen.
- Leichte Kleidung, kühles Schlafzimmer, feuchte Luft. Keine ätherischen Öle, kein Menthol, kein Eukalyptus.
- Bei Atemnot, sehr schneller Atmung oder einem Baby, das kaum wach wird: sofort 112.
Baby erkältet schlafen: was nachts wirklich hilft
Ein erkältetes Baby schläft besser, wenn die Nase vor dem Hinlegen frei ist, es ausreichend getrunken hat und der Raum kühl und nicht zu trocken ist. Geschlafen wird weiter in Rückenlage im eigenen Bett. Medikamente gibt es gegen die Viren nicht. Die meisten Erkältungen klingen nach 7 bis 10 Tagen ab, Husten kann etwa zwei Wochen bleiben.
Der Nachtplan in drei Schritten
Statt nachts zu überlegen, was jetzt hilft, legen Sie sich einen festen Ablauf zurecht:
- Vor dem Hinlegen: Nase mit Kochsalztropfen aus der Apotheke befeuchten, Schleim mit einem Nasensauger oder einem gedrehten Taschentuchzipfel sanft entfernen, ohne ihn nach oben zu schieben. Dann stillen oder das Fläschchen geben, Windel wechseln, Baby leicht anziehen.
- Beim Aufwachen: Erst trösten, dann kurz prüfen: Ist die Nase wieder zu? Hat es Durst? Ist es zu warm? Kleine, häufige Mahlzeiten sind mit verstopfter Nase leichter als eine große.
- Kontrollblick: Achten Sie beim Nachschauen auf Atmung, Hautfarbe und darauf, ob Ihr Baby normal wach wird. Wenn es deutlich weniger trinkt als sonst, wecken Sie es zum Trinken.
Zum Abhusten tut es vielen Babys gut, wenn Sie sie im Wachzustand aufrecht auf dem Arm halten. Zum Schlafen kommt Ihr Baby wieder auf den Rücken.
Sicher schlafen, auch wenn Ihr Baby krank ist
- Immer in Rückenlage, auch bei Schnupfen und Husten. Bauch- und Seitenlage erhöhen das Risiko für den plötzlichen Kindstod.
- Keine Kissen, Keile, Nackenrollen oder Lagerungshilfen ins Babybett.
- Ihr Baby schläft im eigenen Bett in Ihrem Schlafzimmer, damit Sie es hören. Nicht im Autositz, in der Babyschale oder mit Ihnen auf dem Sofa.
- Nicht zu warm einpacken: Im Babyschlafsack ohne zusätzliche Decke und bei einer Raumtemperatur von etwa 16 bis 18 Grad kann Ihr Baby auch bei Fieber Wärme abgeben.
- Rauchfreie Umgebung, auch auf Kleidung und in der Wohnung.
Alle Regeln im Überblick finden Sie unter Sicherer Babyschlaf.
Was bei Schnupfen, Husten und Fieber hilft
- Schnupfen: Kochsalztropfen sind sanft und können oft gegeben werden. Abschwellende Nasentropfen nur in Säuglingsdosierung, nur kurz und nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis.
- Husten: Feuchte Tücher auf der Heizung oder Wäsche im Zimmer erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Hustensäfte und Kombipräparate nur, wenn die Ärztin oder der Arzt sie empfiehlt. Honig ist im ersten Lebensjahr tabu.
- Fieber: Leicht anziehen, viel trinken lassen. Fiebermittel wie Paracetamol nur in der Dosierung nach Gewicht und Alter und nach ärztlichem Rat. Wann Fieber zum Arzt führt, steht unter Baby Fieber: ab wann zum Arzt?
- Bellender Husten in der Nacht: Das kann Pseudokrupp sein. Was dann hilft, lesen Sie unter Pseudokrupp beim Baby.
Trinkt Ihr Baby genug?
Mit verstopfter Nase trinken viele Babys kürzer. Bieten Sie deshalb öfter an, am besten nach dem Nasebefeuchten. Ein gutes Zeichen sind regelmäßig nasse Windeln. Wie viele in welchem Alter üblich sind, sehen Sie in der Tabelle unter Wie oft Windel wechseln beim Baby? Deutlich weniger nasse Windeln, trockene Lippen oder eine eingesunkene Fontanelle sind ein Grund, ärztlichen Rat zu holen.
Nach der Krankheit wieder in den Rhythmus finden
Nach ein paar kranken Nächten wollen viele Babys mehr Nähe und wachen öfter auf. Das ist normal. Sobald Ihr Kind wieder gesund ist, kehren Sie zu Ihrem gewohnten Abendablauf zurück. Meist pendelt sich der Schlaf innerhalb weniger Nächte wieder ein.
Wann zum Kinderarzt?
- Sofort 112: Atemnot, Atempausen, bläuliche oder graue Lippen, ein Baby, das schlaff ist oder kaum wach wird.
- Sehr schnelle oder angestrengte Atmung, Stöhnen oder Einziehungen zwischen den Rippen: sofort ärztliche Hilfe.
- Ihr Baby ist jünger als 3 Monate und hustet oder hat Fieber.
- Fieber länger als drei Tage, oder Husten und Schnupfen werden nach einer Woche schlimmer statt besser.
- Ihr Baby trinkt kaum, erbricht nach Hustenanfällen oder hat deutlich weniger nasse Windeln.
- Ohrenschmerzen oder ein Ausschlag, der beim Glastest nicht verblasst.
- Nachts und am Wochenende hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Mehr Warnzeichen finden Sie unter Baby wann zum Arzt?
Häufige Fragen
Darf mein Baby bei Erkältung erhöht schlafen?
Kissen, Keile und Nackenrollen gehören auch bei Schnupfen nicht ins Babybett. Ob Sie das Kopfende der Matratze leicht anheben können, besprechen Sie am besten mit Ihrer Kinderarztpraxis. Wichtiger ist eine freie Nase vor dem Hinlegen.
Darf mein erkältetes Baby auf dem Bauch schlafen?
Nein. Auch mit verstopfter Nase schläft Ihr Baby im ersten Lebensjahr in Rückenlage. Zum Abhusten können Sie es im Wachzustand aufrecht halten. Wenn es sich schon selbst dreht, müssen Sie es nachts nicht zurückdrehen.
Baby erkältet kann nicht schlafen: Was kann ich noch tun?
Prüfen Sie die drei Klassiker: Nase frei, Durst gestillt, nicht zu warm. Oft hilft Nähe am meisten. Ihr Baby darf in diesen Nächten mehr Trost bekommen als sonst, das verwöhnt es nicht.
Wie lange soll ich ein krankes Baby tagsüber schlafen lassen?
Ruhe und Schlaf fördern die Genesung. Lassen Sie Ihr Baby schlafen, wecken Sie es aber zum Trinken, wenn es deutlich weniger zu sich nimmt als sonst, und achten Sie darauf, dass es gut wach wird.
Mehr Ratgeber zu Gesundheit und Sicherheit finden Sie unter Gesundheit & Sicherheit. Eine kostenlose Schlaf-Checkliste gibt es bei unseren kostenlosen Checklisten.
Quellen
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Atemwegsinfekte (Schnupfen, Husten, Flüssigkeit, Warnzeichen)
- kindergesundheit-info.de (BIÖG): Die Schlafumgebung für das Baby
- kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Elterninformation Nasenspülung und Nasentropfen bei Schnupfen
Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Ihr Baby krank ist, wenden Sie sich an Ihre Kinderarztpraxis, nachts an den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 und im Notfall an die 112.
