Beikostplan: Welcher Brei wann? Der Plan fürs erste Jahr

Der erste Löffel Brei ist ein großer Moment, und gleichzeitig tauchen viele Fragen auf: Mit welchem Brei fange ich an? Wann kommt der nächste? Und wie viel ist genug? Ein Beikostplan gibt Ihnen eine Richtschnur. In Deutschland orientieren sich Hebammen und Kinderärzte meist am Ernährungsplan für das erste Lebensjahr, auf dem auch die Empfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben beruhen: Schritt für Schritt ersetzt jeweils ein Brei eine Milchmahlzeit, bis Ihr Kind gegen Ende des ersten Jahres am Familientisch mitisst.

Kurz gesagt: der Beikostplan im Überblick

Der Beikostplan sieht drei Breie nacheinander vor: Zwischen Beginn des 5. und Beginn des 7. Monats startet mittags der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Etwa einen Monat später folgt abends der Milch-Getreide-Brei, wieder einen Monat später nachmittags der Getreide-Obst-Brei. Ab etwa dem 10. Monat isst Ihr Kind schrittweise am Familientisch mit.

  • Start zwischen Beginn des 5. und Beginn des 7. Monats, je nach Reifezeichen Ihres Babys.
  • 1. Brei, mittags: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (oder vegetarisch mit Vollkornhaferflocken).
  • 2. Brei, etwa einen Monat später, abends: Milch-Getreide-Brei.
  • 3. Brei, wieder etwa einen Monat später, nachmittags: milchfreier Getreide-Obst-Brei.
  • Ab etwa dem 10. Monat: schrittweise Familienkost, zerdrückt statt fein püriert.
  • Muttermilch oder Säuglingsmilch bleiben das ganze erste Jahr dabei.

Der Beikostplan Schritt für Schritt

5. bis 7. Monat: der Mittagsbrei

Der erste Brei ersetzt nach und nach die Milchmahlzeit am Mittag. Beginnen Sie mit wenigen Löffeln fein püriertem Gemüse, etwa Karotte, Kürbis oder Pastinake, vor dem Stillen oder Fläschchen. Klappt das, kommen in den folgenden Tagen Kartoffel und dann Fleisch dazu. Ein Teelöffel Rapsöl liefert wichtige Fettsäuren, und etwas Obst oder Obstsaft im Brei hilft dem Körper, das Eisen aus dem Fleisch aufzunehmen.

  • Fleisch liefert viel Eisen, das Ihr Baby ab dem zweiten Lebenshalbjahr vermehrt braucht.
  • Ein- bis zweimal pro Woche können Sie das Fleisch durch fettreichen Fisch wie Lachs ersetzen.
  • Vegetarisch geht es auch: statt Fleisch Vollkornhaferflocken in den Brei geben.
  • Die Menge steigert sich langsam, bis der Brei eine ganze Milchmahlzeit ersetzt. Das kann einige Wochen dauern.

6. bis 8. Monat: der Abendbrei

Etwa einen Monat nach dem Mittagsbrei folgt der Milch-Getreide-Brei, meist am Abend. Er wird aus Vollmilch oder Säuglingsmilch und Vollkorngetreide zubereitet, zum Beispiel Haferflocken, und mit etwas Obstpüree verfeinert. Das ist übrigens die einzige Stelle im ersten Jahr, an der Kuhmilch als Zutat vorgesehen ist. Verwenden Sie nur pasteurisierte oder ultrahocherhitzte Milch, keine Rohmilch und keine Vorzugsmilch.

7. bis 9. Monat: der Nachmittagsbrei

Wieder etwa einen Monat später ersetzt ein Getreide-Obst-Brei die Milchmahlzeit am Nachmittag. Er wird ohne Milch zubereitet, aus Getreideflocken, Wasser, Obst und etwas Rapsöl. Jetzt bekommt Ihr Baby drei Breimahlzeiten am Tag, dazu morgens und bei Bedarf weitere Milchmahlzeiten.

Ab etwa dem 10. Monat: am Familientisch

Nach und nach darf Ihr Kind mitessen, was auf den Familientisch kommt. Das Essen muss nicht mehr fein püriert sein; Zerdrücken oder kleines Schneiden reicht. Statt Abend- und Nachmittagsbrei gibt es zum Beispiel Brot mit mildem Belag, Obst und Milch aus der Tasse. Kochen Sie für die Familie zunächst ohne Salz und scharfe Gewürze und würzen Sie Ihre eigene Portion erst danach.

Beikostplan als Tabelle: der Tag in jeder Phase

  • Phase 1 (Beikoststart): morgens Milch, mittags Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, nachmittags Milch, abends Milch
  • Phase 2 (etwa einen Monat später): morgens Milch, mittags Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, nachmittags Milch, abends Milch-Getreide-Brei
  • Phase 3 (wieder etwa einen Monat später): morgens Milch, mittags Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, nachmittags Getreide-Obst-Brei, abends Milch-Getreide-Brei, dazu Wasser
  • Ab etwa dem 10. Monat: Frühstück mit Brot oder Getreidebrei und Milch aus der Tasse, Mittagessen aus der Familienküche, eine Zwischenmahlzeit, Abendbrot

Stillen oder Fläschchen nach Bedarf gehen in allen Phasen weiter. Die Zeitangaben sind Richtwerte: Ihr Baby bestimmt das Tempo.

Getränke: Ab wann braucht mein Baby Wasser?

Solange Ihr Baby vor allem Milch bekommt, braucht es nichts zusätzlich zu trinken. Spätestens mit dem dritten Brei ändert sich das: Dann braucht Ihr Kind etwas extra Flüssigkeit, nach dem Netzwerk Gesund ins Leben reichen etwa 200 ml am Tag. Am besten eignen sich Leitungswasser oder ungesüßter Tee, gern aus Becher oder Tasse. Mineralwasser mit Kohlensäure, Säfte und gezuckerte Tees sind nicht geeignet.

Allergene in der Beikost

Typische Allergene müssen Sie im ersten Jahr nicht meiden. Die deutsche Leitlinie zur Allergieprävention empfiehlt, durcherhitztes Hühnerei, zum Beispiel hart gekocht oder verbacken, mit der Beikost einzuführen und regelmäßig zu geben. Auch Fisch gehört dazu. Hat Ihr Baby eine ausgeprägte Neurodermitis oder eine bekannte Nahrungsmittelallergie, besprechen Sie das Vorgehen vorher mit Ihrer Kinderarztpraxis.

Fingerfood und Baby-led Weaning

Weiches Fingerfood ist eine schöne Ergänzung zum Brei: weich gekochtes Gemüse, gekochte Nudeln, reifes, weiches Obst oder Stückchen von durchgegartem Ei. Ihr Baby sollte dabei immer aufrecht sitzen und nie allein essen. Möchten Sie ganz auf Brei verzichten und ausschließlich Baby-led Weaning machen, ist die Nährstoffversorgung nicht automatisch gesichert. Holen Sie sich dann Rat in Ihrer Kinderarztpraxis oder bei einer qualifizierten Ernährungsberatung.

Was im ersten Jahr nicht in den Brei gehört

  • Honig, im gesamten ersten Lebensjahr
  • Salz, Zucker und scharfe Gewürze: Breie nicht nachwürzen oder nachsüßen
  • Kuhmilch als Getränk vor dem Ende des ersten Jahres, außerdem Rohmilch und Vorzugsmilch
  • rohe oder nicht durchgegarte Eier, Fleisch und Fisch
  • ganze Nüsse, ganze Trauben, Beeren im Ganzen, harte rohe Gemüsestücke und andere kleine, harte Lebensmittel, an denen sich Ihr Baby verschlucken kann
  • Fertigbreie mit zugesetztem Zucker, Salz, Aromen oder Gewürzen

Selbst kochen oder Gläschen?

Beides ist in Ordnung. Selbst gekochter Brei ist günstig und lässt sich gut auf Vorrat einfrieren. Gläschen sind praktisch, wenn es schnell gehen muss. Achten Sie bei Fertigbrei auf eine kurze Zutatenliste ohne Zucker, Salz und Aromen. Weitere Ernährungsthemen finden Sie in unserem Ratgeber Ernährung, Vorlagen zum Ausdrucken bei unseren kostenlosen Checklisten.

Wann zum Kinderarzt?

  • Ihr Baby wurde zu früh geboren oder hat eine Erkrankung, und Sie möchten den Beikostplan anpassen.
  • Ihr Baby nimmt nach dem Beikoststart nicht gut zu oder verweigert über längere Zeit fast alles.
  • Ihr Baby hat harten, schmerzhaften Stuhl oder Blut im Stuhl.
  • Nach einem neuen Lebensmittel treten Quaddeln, Schwellungen im Gesicht, Erbrechen oder Atemnot auf: Rufen Sie sofort den Notruf 112.
  • Nachts und am Wochenende erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Häufige Fragen

Mein Baby mag kein Gemüse. Was kann ich tun?

Bieten Sie es weiter an, ohne Druck. Viele Babys müssen ein neues Lebensmittel mehrmals probieren, bevor sie es mögen. Gemeinsame Mahlzeiten und die Erlaubnis, das Essen anzufassen, helfen dabei.

Darf ich die Reihenfolge der Breie ändern?

Der Plan ist eine Empfehlung, kein starres Gesetz. Der Mittagsbrei mit Fleisch steht vorne, weil Ihr Baby ab dem zweiten Lebenshalbjahr mehr Eisen braucht. Wenn Sie aus gutem Grund etwas anders machen möchten, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Kinderarztpraxis.

Wie lange soll ich weiter stillen?

So lange es für Sie und Ihr Kind passt. Muttermilch bleibt auch mit Beikost wertvoll, und Sie können neben den Breimahlzeiten weiter stillen.

Verändert sich der Stuhl durch die Beikost?

Ja. Der Stuhl wird meist fester, riecht stärker und ändert die Farbe, je nachdem, was Ihr Baby gegessen hat. Das ist normal.

Behalten Sie die Umstellung im Blick: Mit unserem kostenlosen Trink- und Windelprotokoll notieren Sie Mahlzeiten und Windeln in den ersten Breiwochen.

Quellen

  • Netzwerk Gesund ins Leben, zitiert nach Verbraucherzentrale: Beikost für Ihr Baby, bereit für den Brei
  • Techniker Krankenkasse: Ernährungsplan für das erste Lebensjahr (nach Netzwerk Gesund ins Leben und FKE)
  • Verbraucherzentrale: Säuglingsernährung, von Muttermilch bis Babynahrung
  • AWMF S3-Leitlinie Allergieprävention (Stand 2022), zusammengefasst in der Pharmazeutischen Zeitung

Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zur Ernährung oder zum Wachstum Ihres Babys sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Kinderarztpraxis.